Tag: Bird Island

Seeschwalben und andere schöne Sachen: Jenny’s Place auf Bird Island

13. Oktober 2017

Wer nach Bird Island reist, der tut es vor allem wegen der atemberaubend schönen, unberührten Natur und der faszinierenden Vogelwelt.

Kein Wunder, dass dann einer der ersten Streifzüge über die Insel durch den dunklen Palmenwald an den nördlichen Teil der Ostküste nach „Hirondelle“ führt –  einer winzigen Bucht, die sich mit dem französischen Wort für Schwalbe schmückt. Bevor der Weg ans Wasser führt, passiert er eine kleine Farm. Das fröhliche Quieken junger Ferkel, das schmatzende Geräusch der Sauen, die sich genüsslich im Schlamm suhlen, die scharrenden Hühner mit ihren aufgescheuchten Jungen grüßen aus dem Gebüsch.

Doch dann verfängt sich mein Blick im Ufergehölz, in das sich eine kleine Hütte aus Treibholz und Palmwedeln kuschelt.

Diese kleine Hütte war doch vor wenigen Wochen noch gar nicht da, kommt es mir in den Sinn. Und als könnte sie meine Gedanken lesen, ruft mir eine gut gelaunte Frau zu: „Hello, welcome to my new place“. Die Stimme, die da so freundlich grüßt, kenne ich doch… genau, das ist doch die von Jenny! Jenny war früher als Zimmermädchen in der Lodge von Bird Island beschäftigt und beeindruckte mich schon immer durch ihr ansteckendes Lachen und ihre warmherzige Art.

„Kommt rein in mein kleines Reich, schaut Euch in aller Ruhe um!“, winkt uns Jenny heran und so sehen wir staunend, was sie sich für ein Kleinod geschaffen hat. Unter dem Dach aus geflochtenen Palmblättern baumeln selbstgebastelte Mobile aus Muscheln im Wind und verzaubern uns mit ihrem zarten Klimpern. An der Decke hängt – so erklärt Jenny stolz – ein kleiner „Helikopter“ mit hölzernen Rotorblättern, die sich bei genauem Hinsehen als die schiffchenähnlichen Blütenstände von Kokospalmen entpuppen. Da gibt es Kokosnusshälften mit Emaille-Verzierungen, da warten in Bast eingebundene Notizbücher auf neue Besitzer, da schmücken sich Armbändchen mit Fischzähnen, da freuen sich Holzdosen auf neuen Inhalt, da winken bunte Pareos mit tropischen Mustern… Und außerdem gibt es sensationelle Vogel-Fotografien, allesamt aufgenommen von Roby Bresson, dem Wildhüter auf Bird Island, der keine Zeit und Mühen gescheut und wundervolle Holzbilderrahmen gebastelt hat – im Vintage-Look, frei von jedem Kitsch-Faktor, dafür die unglaubliche Natur von Bird Island eingfangen…

Und zwischendrin in all diesen kleinen Kunstwerken Jenny, die mir immer wieder sagt, wie sehr sie sich freut, dass ich vorbeigekommen bin.

„Du musst Durst haben, bei der Hitze“, sagt sie und schaut sorgenvoll meine Schweißperlen auf der Stirn. In der Tat: Etwas zu trinken käme jetzt genau richtig! Und schon greift Jenny nach hinten und reicht mir eine frisch aufgeschlagene Kokosnuss. Aaaah, wie gut schmeckt doch „delo koko“, das Kokoswasser! Als ich mein Portemonnaie zücke, winkt Jenny ab. „Nein, nicht doch! Alle meine Kunden und die Gäste von Bird bekommen Kokosnüsse umsonst.“ Ich bin perplex. Und als ihr ein 25-Rupie-Schein hinlegen will, wird sie fast etwas böse. „NIX für die Kokosnuss, kauf mir halt in Gottes Namen eine Kleinigkeit ab! Und ansonsten bin ich glücklich, wenn Du glücklich bist“. Schmunzelt  und nestelt zu guter Letzt in den bunten Wickeltüchern…

…doch ich entscheide mich für einen türkisblauen Perlenarmreif mit kleinen Muscheln, der mit den Farben des Ozeans wetteifern will. Jenny und das Wasser rufen mir zu: „Erst mal ein Bad in den Wellen nehmen, bevor Du ihn anlegst.“ Und genau das mache ich auch.

Nach dieser wundervollen Erfrischung in einem Meer, wie es schöner nicht sein könnte, kommt dann prompt die Überraschung: „Hey, ich koche für Dich!“ – und noch ehe ich richtig begreife, was hier eigentlich gerade abgeht, zaubert Jenny ein kreolisches Tisch-Buffet auf einem Holzbrett mirnix dirnix aus dem Ärmel: „kari poul“, also ein würziges Hühnchencurry, dazu ein „frikase zironmon“ – ein Kürbiseintopf mit frischer „sosis“, kreolischer Wurst, wie ich sie noch nie gegessen habe. Es könnte leckerer und schöner nicht sein. Ich lecke mir die Finger, mein Blick schweift ab, und bleibt abermals hängen, nämlich zwischen Baumstämmen, die eine Yacht weit draußen sanft umarmen.

Für mich steht fest: Bird Island und ganz besonders Hirondelle mit all seinen Seeschwalben, mit den vielen schönen Sachen in Jenny’s „laboutik“, in diesem winzigen, liebevoll eingerichteten  Geschäft, mit diesem irre Licht, mit diesem berauschenden Blick, mit all dem, was ich  hier am Rande des Universums nicht erwartet habe – all das macht eine eigentlich belanglose Inselecke zu einem magischen Platz.

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Ort: „Jenny’s Place“ – kleine Boutique mit Sitzgelegenheiten und kostenloser Erfrischung aus Trinkkokosnüssen in der Bucht von „Hirondelle“; nördliche Ostküste von Bird Island

Öffnzungszeiten: von früh bis spät – einfach vorbeischauen, wenn niemand am Verkaufsstand ist, dann einfach rufen „Jenny – oli ou?“ (Jenny, wo bist Du?) oder „Jenny – ou la?“ (Jenny, bist Du da?). Sollte Jenny nicht da sein, dann ist gewiss ihr Lebensgefährte Darrel nicht weit!

Besonderheiten: Der Strand von Hirondelle ist meist ein genialer Badestrand mit tollen Schnorchelgründen, aber nur dann, wenn das Meer wirklich ruhig ist. Sollten sich höhere Wellen oder gar Brecher bilden, dann ist absolute Vorsicht geboten! Das vorgelagerte Riff hat einen Durchlass ins offene Meer, und hier können brutale Strömungen herrschen, gegen die man machtlso ankämpft und die einen schlimmstenfalls hinaus auf hohe See tragen. Es gibt hier weder eine „bay watch“ noch die Möglichkeit eines Notrufs!

Kleine Empfehlung: Einfach eine winzige Kleinigkeit bei Jenny kaufen, darüber freut sie sich riesig. Und wenn tatsächlich nichts dabei sein sollte, dann genüsslich eine geöffnete Kokosnuss schlürfen und ein bisschen Trinkgeld geben, z.B. 10 bis 25 Rupies. – Wird dann alles noch mit einem Lächeln begleitet, dann stehen die Herzen weit offen! Und Bird Island wird gleich nochmal so schön, wie es eigentlich schon ist!

Eigentlich war es nichts anderes als Fernweh und die Suche nach dem perfekten Inselidyll, was Heike Mallad auf die Seychellen brachte: 1998 verbrachte sie zum ersten Mal eine Woche auf den Trauminseln im Indischen Ozean.

Wichtiger Banktermin: An der Westküste von Bird Island

29. September 2015

Mal Hand aufs Herz:

Was ist wichtiger? Viel Geld auf der Bank? Oder nur eine Bank?

Genau: Wichtig ist nur DIE Bank, die RICHTIGE Bank! Nämlich diese kleine weiße Holzbank auf Bird Island. Das winzige Inselchen im äußersten Nordwesten des Seychellen-Archipels ist der ideale Fleck, um die wirklich wichtigen Bankgeschäfte des Lebens abzuwickeln, die da sind: zur Ruhe kommen, eins werden mit Sand, Himmel und Meer und alle anderen Dinge des Alltags hinter sich lassen. Und dann  genau hier, auf dieser Bank, vom Tag in den Abend und vom Abend in die seidene Nacht gleiten.

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Bird Island ist nicht von dieser Welt. Es ist ein zunächst unscheinbares, platt gedrücktes Koralleninselchen, das hauptsächlich die Heimat von Seeschwalben und Riesenschildkröten ist. Das ältestes Exemplar der Welt (nämlich Esmeralda, sogar im Guinessbuch der Rekorde verzeichnet) döst hier im Schatten eines Kokosnusshaufens. Alles ist unberührt und in unglaublicher Harmonie mit dem Universium. Die maximal 56 Touristen, die hier in der kleinen privaten Lodge jenseits aller üblichen Hotelstandards Platz finden, verlieren sich komplett auf dem gerade mal 1,6 km langen Eiland. Man sieht sich lediglich zu den Mahlzeiten, die in einem luftigen tropisch offenen „Esszimmer“ angeboten werden.

In der Tat, es lohnt sich, eine kleine Auszeit auf Bird zu planen; tatsächlich ist dafür aber etwas Geld auf der Bank von großer Hilfe. Denn eine Nacht im Doppelzimmer kostet für 2 Personen 456 Euro, immerhin als Vollpension. Aber selbst wenn es einem bei diesem Preis zunächst die Sprache verschlägt… erst recht verschlägt es einem die Sprache angesichts der atemberaubenden Natur auf Bird.

Für mich immer wieder eines der größten HighLights: die nimmer enden wollende sanft geschwungene Westküste. Hier läuft es sich wie in einer herrlichen Mischung aus frisch gesiebtem Mehl und Puderzucker. Wenn es zu anstrengend wird, einfach eintauchen in das erfrischende und glasklare Türkis. Oder stillschweigend die friedlichen Küstenbewohner der Insel bei ihrem Treiben beobachten.

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Vogelfrei auf der Vogelinsel:
Vogelfrei auf Bird Island, ob mit oder ohne Bank!

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Information: www.birdislandseychelles.com
Telefon: 00248/ 4 244 925 (Wenn man bereits auf den Seychellen ist und dort relativ ungebunden und spontan planen kann, dann lohnt es sich auch, nach Sonderangeboten zu fragen, die aber nur vor Ort gelten! Geht zwar nicht immer, doch: Fragen kost‘ nix!)
Beste Reisezeit: Monate des Südostmonsuns (also Mai bis Oktober)
Preis: 465 Euro pro Nacht/2 Personen im Doppelzimmer mit Vollpension, ohne Flug

 

Eigentlich war es nichts anderes als Fernweh und die Suche nach dem perfekten Inselidyll, was Heike Mallad auf die Seychellen brachte: 1998 verbrachte sie zum ersten Mal eine Woche auf den Trauminseln im Indischen Ozean.