Tag: Seychellen Wetter

Der Vollmond, das Wetter und die seychellischen Bauernregeln

16. Februar 2017

Wie überall auf unserer Welt, so gibt es auch hier auf den Inseln geheime Gesetze, die alles zusammen halten. So auch die Sache mit dem Vollmond. Eine der uralten seychellischen Regeln lautet: „Drei Tage nach Vollmond schlägt das Wetter um“. Aber bitte schön, in welche Richtung? Die Einheimischen sind sich einig: In den Zeiten des Nordwest-Monsum kommt drei Tage nach Vollmond richtig doller Regen. In den Zeiten des „vannswet“ (Südost-Monsum) klart drei Tage nach Vollmond das Wetter auf.

Wir haben Mitte Februar:
Wir haben die Zeit des Nordwest-Monsuns.
Und wir haben drei Tage nach Vollmond.

Deswegen war es heute Nacht nicht verwunderlich, dass es plötzlich im wahrsten Sinne des Wortes aus heiterstem Himmel das Regnen anfing. Nein, nicht so ein duseliges Getröpfel! Sondern ein richtiger Guss, so laut, so heftig, dass an Schlaf zunächst einmal nicht mehr zu denken war. Ha, das musste er sein – dieser Wetterwechsel!

Ich beginne zu überlegen, versuche sonstige meteorologische Phänomene auszumachen, um meine Theorie vom nahenden Sonnenverzicht zu untermauern. Schlechtwetter-Periode im Anmarsch? Ja, da waren doch gestern im luftigen Blau des Himmels tatsächlich zweieinhalb Cirrus-Wolken zu sehen…

Kein Wunder, dass der Regen unüberhörbar heftig über den Inseln hereindonnerte. Ich stellte mir vor, wie grau die Welt ist, wenn ich heute Morgen aufwache, doch dann das hier…

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… und alles ist gut, denn der Nordwest-Monsun hat mit seinem reinen Atem die Inselwelt einmal ordentlich durchgepustet, für Frische gesorgt  und die seychellischen Bauern hatten mit ihren Regeln einfach wieder mal Unrecht!

Kleiner Nachtrag – 17.2.2017 – 11.46: UUUUUPPPS – die seychellischen Bauern hatten doch recht!!! Seit 12 Stunden regnet es ununterbrochen! Und kein Ende in Sicht – nur Wolken und Tropfen in den Tropen!

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Eigentlich war es nichts anderes als Fernweh und die Suche nach dem perfekten Inselidyll, was Heike Mallad auf die Seychellen brachte: 1998 verbrachte sie zum ersten Mal eine Woche auf den Trauminseln im Indischen Ozean.

Seychellen – die beste Reisezeit

8. Oktober 2016

Immer wieder werde ich gefragt, was denn die beste Reisezeit sei, um auf die Seychellen zu fliegen. Ich könnte jetzt den gleichen Fehler machen wie viele renommierte Reiseführer und die Monate Juni, Juli und August empfehlen, weil es dann zunächst einmal günstige Flüge gibt (es ist nämlich Nebensaison auf den Seychellen) und weil angeblich nicht ganz so heiß ist und kaum regnet. Faktisch ist es aber so – und ich spreche aus 18 Jahren Erfahrungen und Wetteraufzeichnung -, dass es zwar in der Tat kühlere Monate sind, aber es auch öfter länger bewölkt ist, die Farben weniger intensiv sind und öfter ein permanenter Grauschleier über der Landschaft liegt. Kühler ist es auch, weil der Südost-Monsun weht, und der kann es ganz schön heftig treiben, sodass vor allem an der Ostküste bisweilen richtiger Sturm herrscht. Nachteil: Entspanntes Baden geht kaum an den Stränden der Anse Royale oder der Anse Forbans, weil die Wellen einfach zu hoch und die Strömungen zu stark sind. Oft höre ich dann auch Klagen wie: „Iiih, da schwimmt ja Seegras“ oder „Bäh, das Wasser ist ja ganz grau“.

Eine andere, immer wieder gern gemachte Empfehlung ist, doch Weihnachten unter Palmen zu verbringen. Kann man machen, muss aber damit rechnen,…

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… dass depressives Grau, tief hängende Wolken, dann Dauerregen und richtige Wolkenbrüche – die durchaus länger als nur eine Stunde oder einen Tag anhalten können – die Insel heimsuchen. Denn Dezember, Januar und Februar sind die regenreichsten Monate auf der Insel. Ich muss allerdings einräumen, dass Februar 2016 ganz außergewöhnlich schön, sonnig und trocken war. Man merkt, nix is fix – hinsichtlich einer treffsicheren Prognose.

Aber eines ist unumstößlich: Es gibt zwei Phasen im Jahr, in denen die Winde wechseln –  Das sind diejenigen Wochen, in denen der Nordwest-Monsun den Südost-Monsun ablöst. Und umgekehrt.

Als Faustregel gilt:

Nordwest-Monsun weht zwischen Mitte/Ende Oktober und Mitte/Ende April.

Südost-Monsun weht zwischen Mitte/Ende April und Mitte/Ende Oktober

Wer also z.B. im Dezember auf die Seychellen reist, muss damit rechnen, dass – falls er an der Westküste Quartier bezieht – höheren Wellengang hat. Gleiches gilt für denjenigen, der z.B. im Juli an der Ostküste seine Unterkunft hat.

Ich finde nach wie vor, dass die beste Reisezeit auf die Seychellen die Monate April/Mai und Oktober/November sind, da in dieser Zeit der Wind umschlägt, oft nicht weiß, aus welcher Richtung er kommen soll und demzufolge oftmals ganz erliegt. – Eine herrliche Zeit, in der es sich an beiden Küsten gleichermaßen gut baden lässt, wie z.B. hier – an der Anse Royale auf Mahé.

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Steckbrief Seychellen-Wetter:

Luft-Temperatur: ganzjährige Durchschnittstemperatur liegt tags wie nachts bei ca. 27 Grad; allerdings gibt es im April oft eine Hitzewelle, die die Einheimischen gern „solei karemn“ – die Fastenzeit-Sonne – nennen, weil sie um Ostern mit ihrer Hitze den Menschen und der Natur alles abverlangt. Dann klettert auch gern mal das Thermometer auf mehr als 30° +C. In den Monaten des Südost-Monsuns  kann es nachts auch mal kühler werden. – Heute morgen habe ich doch tatsächlich nur 23,5 Grad auf meinem Thermometer abgelesen – fast so was wie ein Kälterekord. Allerdings haben mir Freunde in den Bergregionen von La Misere verraten, dass sie tatsächlich schon mal 19 Grad ablesen konnten. Irre!

Wasser-Temperatur: ca. 26-28 Grad – vor allem in der windstillen Zeit gefühlt deutlich wärmer; in den Monaten des Südost-Monsuns vor allem an der Ostküste gefühlt deutlich kälter. Aber immer noch deutlich angenehmer als Nord- und Ostsee zusammen!

Sonneneinstrahlung: Am Äquator steht die Sonne senkrecht, daher ist für empfindliche Haut ein hoher Lichtschutzfaktor unabdingbar. Zwischen 11.00 Uhr und 15.00 Uhr besser den Schatten aufsuchen. Außerdem: In den frühen Morgen- und den späten Nachmittagsstunden sind Lichtspiele am Wasser und die Farben des Meeres sowie so schöner, weniger Menschen am Strand und mehr Ruhe und Einsamkeit garantiert – also klare Empfehlung für Genießer: früh aufstehen oder erst vor „Feierabend“ baden!

Eigentlich war es nichts anderes als Fernweh und die Suche nach dem perfekten Inselidyll, was Heike Mallad auf die Seychellen brachte: 1998 verbrachte sie zum ersten Mal eine Woche auf den Trauminseln im Indischen Ozean.