Tag: Strand

(Wie) Sand am Meer

20. April 2018

Seychellen – welch ein Wort, welch ein Sehnsuchtsort!

Der Archipel gilt seit jeher als das Paradies – kein Wunder bei all den Wundern der Tropen, ganz gleich, ob es sich um türkisblaues Meer, Äquatorwärme, kreolische Heiterkeit oder um seltene Schildkröten und Tropenvögel handelt. Das größte Highlight der Inseln im Indischen Ozean: Sie sind tatsächlich hell und voller Licht! Von unglaublicher Schönheit zeugen die schneeweißen Strände, über ihnen sanft schwingende, anmutig gebogene Kokospalmen.

Woher kommt dieser natürliche, übernatürliche Natur-Schatz und -Reichtum, der einst den Inseln den Namen „îles d’abondance“ – Inseln des Überflusses – einbrachte?

Wenn man sich nur für die Puderzucker-Strände interessierte, wäre das ein Fehler, denn zum Sand einerseits gehört der Fels andererseits. Genau diese beiden Gesichter haben die Seychellen geprägt und finden sich in den ca. 115 Inseln wieder: die Granit-Inseln (Inner Islands), zu denen die bergige Hauptinsel Mahé mit ihren kleineren Verwandten Praslin, La Digue zählen (außerdem Silhouette, North nebst weiteren Nachbarn), und die Koralleninseln, die sandiges Glück versprechen – sowohl im Norden (Denis und Bird Island), als auch im Süden. Hier liegen die sogenannten Outer Islands, die auf einer Meeresfläche von über 400.000 km² verteilt sind. Die Amiranten weit im Süden mit Desroches und zusätzlich noch die Alphonse-Gruppe…

Oder die südlichen Koralleninseln im engeren Sinne, nämlich Platte und Coetivy, wo einst die seychellische Regierung eine beachtliche, renommierte Zuchtfarm für Meeresfrüchte unterhalten hatte. Die Zeiten sind leider vorbei, die „kanmaron“, wie die „prawns“, Garnelen und Shrimps auf Kreol heißen, gibt es zwar weiterhin auf den Seychellen, werden aber mittlerweile aus internationalen Gewässern gefischt.

Doch zurück zu den Sandstränden: Es heißt noch lange nicht, dass nur Koralleninseln auch Sandstrände haben, ganz im Gegenteil! Jede der Granitinseln verfügt über wundervolle Refugien aus feinstem pulverisierten „Korallenstaub“ – von sattem Ockergelb bis hin zu gleißendem Schneeweiß. Es lohnt sich, einen genaueren Blick zu riskieren: Feinster Sand findet sich z.B. auf Mahé in den Buchten von Port Launay und in der Petite Anse, beide (leider) mit großen Hotels in Beschlag genommen – Constance Éphelia in Port Launay, Four Seasons in der Petite Anse. Dennoch – wer sich nicht an den Hotelanlagen stört, läuft wie auf Mehl ins türkisfarbene Wasser. Ganz anders der Sand weiter im äußersten Südwesten. Ein spektakuläres, strahlendes  Küstenband ziert die Anse Intendance, farblich kaum zu toppen, denn je nach Sonnenstand variiert die Farbe des Sandes  – wilder, rauer, rustikaler unter den Füßen – zwischen Karamell und Platin.

Und dann gibt es noch fast vergessene Strände, die mit ihrem Charme ohne großes Tamtam locken aber mit unsagbar schönen Sandlandschaften verzaubern, wie z.B. die Anse la Mouche, bei Neumond-Ebbe vergleichbar mit den Bildern, die sich an der deutschen Nordsee beim Wattwandern ergeben.

Die nördliche Anse La Mouche… wie die Nordsee…

Am Ende des Tages ein Sonnenuntergang an der Anse Louis, wo sich mächtige Brecher ohne schützendes Riff auf das purpurne Ufer stürzen, wo die nimmermüde Brandung wie eine Waschküche den Sand durchspült…

Dann weg von Mahé, natürlich Praslin mit dem Goldstaub an der Côte d’Or (wörtlich: Goldküste) und La Digue mit dem Silberflimmern an der Anse Source d’Argent. Ihre Strände können gar nicht anders scheinen als der mystische Name der Bucht: Silberquelle.

Anse Source d’Argent: Quelle reinsten Silbers

Weiter draußen im Indischen Ozean dann Alphonse, beinahe unerreichbar, nicht nur, was die Entfernung von der Hauptinsel anbelangt, sondern auch hinsichtlich der Preise für einen Inselaufenthalt. Seitdem das ehemalige Hotel in ein luxuriöses (Angler)Resort umgewandelt wurde, investiert man locker den Kaufpreis für einen Kleinwagen in einen Alphonse-Urlaub mit Vollpension, 7 Tage – so nämlich die Mindestverweildauer.

Doch wer einmal die Strände besucht hat, träumt für immer davon – Mindestverweildauer: ein ganzes Leben!

„Wie viel Sand in dem Meer,
Wie viel Sterne oben her, (…)
so viel Lebendig weit und breit
wünsch ich dir eine gute Zeit“

(aus: Achim von Arnim, III. Band „Des Knaben Wunderhorn“)

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ACHTUNG:
Bitte weder Muscheln noch Korallenstückchen an den Stränden als Souvenir für daheim sammeln. Auch das Eintüten von Sand ist tabu! – Der Zoll reagiert bei der Rück-/Einreise nach Deutschland gereizt und wird im Zweifel je nach Interpretation des Artenschutzabkommens empfindliche Strafen verhängen.

 Hinterlasst nur eure Fußabdrücke (natürlich barfuß), euer Lächeln – nehmt die Erinnerung mit und macht Bilder, nicht nur mit der Kamera, sondern vor allem mit dem Herzen!

Eigentlich war es nichts anderes als Fernweh und die Suche nach dem perfekten Inselidyll, was Heike Mallad auf die Seychellen brachte: 1998 verbrachte sie zum ersten Mal eine Woche auf den Trauminseln im Indischen Ozean.