Tag: The Station

Dem Himmel so nah: Von Satellitenstationen, Radiosendern und einer Reise zum Ich

5. November 2017

Eine der ersten interessanten Bekanntschaften, die ich auf den Seychellen machte, war die mit den Gebrüder Anthony und dem Amerikaner Keith. Und obwohl die Anthonys oben in den Bergen in La Misère wohnten und Keith unten am Meer in der Anse La Mouche das Anchor Café betrieb  – beide hatten eine Menge gemeinsam. Es verband sie die IOS : die Indian Ocean Tracking Station, eine Art tropische Sternwache, die sich vor allem auf die Beobachtung von Satelliten spezialisiert hatte. Oder wie sagte doch ein Presse-Text im O-Ton: “Its location was ideal for communicating with geosynchronous satellites over the Indian Ocean. The station was also geographically suited for acquiring realtime or near-realtime data from passes over areas to the north.”

Hervey und Francis Anthony betrieben ein kleines Pub in unmittelbarer Nähe der Satellitenstation, in der Keith seinen Dienst schob. Doch eines schönen Tages war Schluss mit dieser Idylle. Es war im August 1996 und die seychellische Regierung krebste mit ihrem Staatshaushalt am unteren Ende kurz vor dem Bankrott herum. Da kam den Politikern auf Mahé eine segensreiche Idee. Sie dachten sich, dass sie die Pacht für das Gelände der Satellitenstation einfach „nach oben anpassen“, um damit ihre Staatskasse zu füllen. Vom Hörensagen bekam ich mit, dass angeblich die Mietforderungen an die Amerikaner mehr oder weniger verdoppelt worden waren und für die Satellitenstation sage und schreibe mehr als 10 Millionen US-Dollar pro Jahr in Rechnung gestellt werden sollten. Das passte den Amerikanern nicht. Das passte ihnen ganz und gar nicht! Und so sollen sie quasi über Nacht das Areal verlassen haben – ohne vorher ein Wort zu sagen. Man munkelt, sie hätten sogar ihr Bier nicht ausgetrunken, und auf den Tischen standen noch Reste vom Abendessen – kalte Pommes und eine offene Ketchup-Flasche. Danach war die Satellite Tracking Station in ihrer ursprünlichen Mission Legende. – Keith jedoch blieb auf der Insel – zum Glück! – und eröffnete das Anchor Café in der Anse La Mouche im Südwesten Mahés.

Eine ähnlich bewegte Geschichte hat die so genannte Feba-Station hinter sich: Die englische „Far Eastern Broadcasting  Associates“ unterhielt einen kleinen Radiosender oben in Sanssouci – kurz bevor die Bergstraße von Victoria kommend die kleine Anhöhe vor dem Einstieg zum Copolia-Wanderweg erreicht. Auf einem kleinen Hanggrundstück hoch über Hauptstadt und Hafen wurde hier 1968 die Sendestation eingerichtet, die später als Feba Radio bekannt wurde und ihr Programm eher an christlichen denn an politischen oder ökonomischen Werten und Inhalten ausrichtete. Ihr Markenzeichen: Nirgendwo sonst außer hier auf den Seychellen befanden sich die Antennen-Anlagen offshore, ca. 1 km draußen im Meer. Leider kam dann Mitte der 1970er auch schon wieder das Aus für diese Anlage. Grund war die Ölkrise und die steigenden Energiekosten, die ein Betreiben dieser kleinen Radiostation unmöglich machten.

Ein wenig wehmütig mag man auf diese “guten alten Zeiten” zurückblicken, in denen die Seychellen fast noch jungfräulich, fast noch unerreichbar waren. Wie viel hat sich doch seit jeher ge- und verändert. Während ein reicher Araber – genauer gesagt: Scheich Khalifa, Oberhaupt der Vereinigten Arabischen Emiraten –  in den Höhen von La Misère nach den Sternen greift und sich dort mit einem bombastischen Palast aus 1001er Nacht ein Denkmal gesetzt hat, strahlen in der ehemaligen Radiostation ganz andere Licht- und Energiequellen:

 

(Bildquelle: „The Station“ Retreat Hotel)

Ein kleines Hotel namens „The Station“ schmiegt sich ins Grün. Hoch oben über dem Meer mit seinen unzähligen, immer glitzernden Wasserdiamanten steht das Hamsterrad des Alltags still. Hier funkeln Körper, Geist und Seele – es gibt Yoga und Meditation, Spa-Wellness und Selbsterfahrungskurse im Einklang mit der Natur.

(Bildquelle: „The Station“ Retreat Hotel)

Hoch auf den Inselhängen schwebend lassen sich alle Sorgen des Alltags vergessen und in tropischer Harmonie zwischen Himmel und Wasser neue Kraft und Inspiration tanken.

So muss er sein, der Himmel auf Erden. So fühlt es sich wirklich an: das Paradies!

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Hotel „The Station“ – Sanssouci – Mahé


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Kontakt: Elke Groeger – www.seychellen-lebensfreude.de

Eigentlich war es nichts anderes als Fernweh und die Suche nach dem perfekten Inselidyll, was Heike Mallad auf die Seychellen brachte: 1998 verbrachte sie zum ersten Mal eine Woche auf den Trauminseln im Indischen Ozean.