Category: Kreolische Küche

Da haben wir den Salat – da haben wir den Oktopus-Salat!

11. Mai 2018

Für mich ist alles, was aus Okto­pus zubereitet wird, der Inbegriff der wahren kreolischen Küche! Vergeblich hatte ich in den vergangenen Tagen nach den Oktopusfängern Ausschau gehalten. Das sind zähe Bur­schen, Einzelgänger, die draußen kurz vor dem Riff stunden­lang im seichten Wasser tauchen. Meist sind sie mit einem alten angespitzten Stück Baustahl bewaffnet, mit dem sie in irgendwelchen Korallenbänken herumstochern, um die intelli­genten Kraken aufzuscheuchen und mit einem einzigen ge­zielten Stoß zu erlegen. Zuvor haben sie in aller Herrgotts­frühe am Strand in mühevoller Kleinstarbeit mit blanken Händen dunkle Krebslöcher im weichen Sand ausgehoben, um an geeignete Köder heranzukommen.

War der Fang erfolgreich, so marschieren die Jäger am Straßenrand gut sichtbar mit ihrer Beute zum nächsten Fischstand, um dort ihre frische Ware schnellstmöglich zu verkaufen. Doch so weit kommen sie meistens nicht. Irgendwer hat immer Lust auf Oktopus, irgendwer kauft ihn immer sofort, auf Zuruf. Auch ich habe mir angewöhnt, immer dann, wenn ich einen der Jungs mit ihren Flossen in der Linken, geschulterten Stahlstangen und verräterischer Beutel oder Beute in der rechten,  direkt zu fragen:

Zourit a vann? Oktopus zu verkaufen?

Wi! Ja!! – Nichts lieber als das!

Heute war es endlich soweit! Und nun mache ich mir daraus meine eigene Interpretation eines der beliebtesten Klassiker der kreolischen Küche, einen schicken Oktopus-Salat, in dem sich alle Farben der seychellischen Flagge widerspiegeln. Und der geht so:

1 Zwiebel
1 gelbe Paprika
1 Tomate
½ Salatgurke mit Schale
1 Handvoll kleingeraspeltes Blaukraut

Für die Marinade: 1 Limette, ferner Öl & Essig, Salz, Pfeffer, Chili (auch in Form von Sweet&Sour Chili-Sauce) zum Würzen, Schnittlauch zur Deko.

Und nun das wichtigste:

4-8 Oktopus-Beine*), je nach Anzahl der Freunde, Gäste und „Mit-Esser“, je nach Vorlieben, wie „fischig“ der Salat sein soll (Zubereitung des Oktopus siehe am Ende des Beitrags unter *)

  • Zwiebel in hauchdünne Ringe schneiden, außerdem Paprika, Tomate, Gurke kleinwürfeln und zusammen mit dem fein geraspelten Blaukraut in eine Schüssel geben.
  • Limette auspressen, den Saft zusammen mit etwas Essig und Öl über das Gemüse geben, mit den angegebenen Gewürzen nach Belieben und gewünschtem Schärfegrad abschmecken.
  • Den erkalteten Oktopus in kleine Scheiben schneiden, darunter mengen.
  • Alles etwas durchziehen lassen und mit klein gehacktem Schnittlauch dekorieren.

Dazu schmeckt warmes Baguette oder frisch gebackenes Knoblauchbrot aus dem Ofen.

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Anmerkung: In den Restaurants wird beinahe die gleiche Variante des Oktopus-Salats serviert, allerdings ersetzt eine kleingewürfelte Karotte normalerweise das Blautkraut und statt gelber wird grüne Paprika verwendet.

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*) Und so behandelt man einen Oktopus richtig:

Oktopus gibt es meist tiefgefroren im gut sortierten Super­markt. Verfügt dieser über eine F(r)ische-Theke, kann man ihn dort in der Regel vorbestellen.
Oktopus aufgetaut in einem großen Topf in reichlich Salzwasser ca. 1,5 bis 2 Stunden kochen, dann ist er nämlich wirklich weich. Danach in kaltem Wasser abschrecken und die Arme zwischen Daumen und Zeigefinger nehmen und dann nach unten abstreifen, so dass man auf diese Weise die Saugnäpfe entfernt. Wer mag, kann sie auch dranlassen, dann schmeckt das Ganze etwas „rustikaler“, aber auch etwas wabbeliger, was nicht jedermanns Sache ist..

Wer einen frischen Oktopus ergattert, sollte ihn säubern und für ca. 24 Stunden einfrieren, denn so „bricht“ die Muskelkraft und der Oktopus wird schön zart.

Eigentlich war es nichts anderes als Fernweh und die Suche nach dem perfekten Inselidyll, was Heike Mallad auf die Seychellen brachte: 1998 verbrachte sie zum ersten Mal eine Woche auf den Trauminseln im Indischen Ozean.

Was tun mit „tuna“? Hochzeit einer Fischdose mit frischer Avocado

13. März 2018

Kaum einer Konserve schenkte ich vor meiner Zeit auf den Seychellen so wenig Beachtung wie einer Thun­fisch-Dose. In der Studentenzeit bot mir ihr In­halt eine vergleichsweise preiswerte und nahrhafte Speise und war zudem noch lange haltbar. Das war im deutschen Binnenland. Doch auch hier im Indischen Ozean ist der Thun­fisch in Dosen zu finden. Größe und Verpackung sind ähnlich, aber der Geschmack ungleich besser, die Fischhappen ungleich saftiger, ungleich zarter. So ist es auch völlig klar, dass dieses Produkt bei mir immer einen Platz in meinem seychellischen Kü­chen­schrank hat.  – Dosen-Thunfisch geht immer; über den Salat, pur auf ein geröstetes Brot, zu Eierspeisen, auf der Pizza und in der Tomatensauce als Pasta-Topping. Doch die leckerste Liaison geht der Thunfisch mit der Avocado ein. Inspiriert wurde ich von meinen Nachbarsfreunden Steven und Patsy, die einen riesigen Avocado-Baum haben, von dem ich profitiere! Und jetzt – genau JETZT (Februar bis April) haben meine Lieblinge Hochsaison!

Deswegen hier mein Rezept:

1 Avocado

1 Limette

1 Dose Thunfisch in Öl

1 EL gehackter Schnittlauch

1 EL kleingeschnittenes Basilikum – vorzugsweise seychellisches tokmarya oder Thai-Basilikum

1 hartgekochtes Ei, zerkleinert

1 Stück Salatgurke, in feine Würfelchen geschnitten

Salz, frischgemahlener schwarzer Pfeffer, frischer Chili bzw. konfi piman oder etwas Sweet&Sour-Chili-Sauce, Harissa-Paste oder Tabasco

Avocado halbieren, schälen und in dünne Scheiben schneiden. Sofort mit Limettensaft beträufeln, damit sie nicht braun werden. Eine Dose Thunfisch in Öl (Alternative: im eigenen Saft, und dann etwas zusätzliches Öl dazugeben) kleinpflücken und mit kleingehacktem Schnittlauch, tokmarya (Insel-Basilikum) frischem Chili und Salz vermischen. Ich hatte auch noch Reste einer Salatgurke und ein halbes hartgekochtes Ei – kleinschnippeln und drunter mischen, dann alles abschmecken mit Salz. – Avocadoscheiben wie ein Carpaccio anrichten, darauf die Thunfisch-Masse verteilen und nun kommts: GAAAAANZ viel frischgemahlener schwarzer Pfeffer. Meiner war aus dem Jardin du Roi. Zum Trinken gab’s dazu eine südafrikanische Cuvée aus Sauvignon Blanc und Chenin Blanc.

Noch ein paar kleine Tricks zum Thema Avocado:

1) Wer Avocados frisch vom Baum bekommt, findet oftmals oben an der Frucht einen kleinen Stielansatz. Solange – auch nach der Ernte – dieser Bürzel an der Frucht bleibt, verharrt die Avokado in eher unreifem Zustand. Erst wenn der Bürzel entfernt wird, bekommt die Avocado das Kommando: „Bitte reif werden“. Dann dauert es i.d.R. ca. 3 Tage, bis sie genauso ist, wie wir sie haben wollen.

2) Sollte die Avocado immer noch hart sein und eine schnellere Reife gewünscht werden, dann entweder in eine dunkle Schrankecke geben oder aber in ein Handtuch einwickeln. Keinesfalls in die Sonne legen, das schadet der Frucht. Und auch nicht in Zeitung einwickeln, die nämlich einen gewissen muffigen Geruch – insbes. bei hoher Luftfeuchtigkeit entwickeln.

2) Es gibt einen einfachen Trick, mit dem ich auf Nummer Sicher gehen kann, dass ich eine wirklich butterzarte Avocado vernasche. Dabei reicht längst nicht nur der Daumendruck auf der Schale aus. Vielmehr muss man die Avocado  Erst wenn der dicke Kern in ihr ganz hohl und locker klappert, heißt es, dass die Avocado den richtigen Reifegrad erreicht hat. .

Eigentlich war es nichts anderes als Fernweh und die Suche nach dem perfekten Inselidyll, was Heike Mallad auf die Seychellen brachte: 1998 verbrachte sie zum ersten Mal eine Woche auf den Trauminseln im Indischen Ozean.

Seychellen – ein Paradies für Veganer?! 10 Tricks für einen perfekten veganen Urlaub

23. Januar 2018

Um es vorweg zu nehmen: Seychellen – ein Paradies für Veganer? Klares NEIN! Seychellen – das ist nämlich eigentlich ein Synonym für frischen Fisch, für herrliches Hühnchen, für mannigfaltige Meeresfrüchte, oder einfach für Eier und…

STOP

Selbst wenn auch viele Restaurants und Hotels mit Vegan noch nicht allzu viel anzufangen wissen, es gibt genügend Möglichkeiten, sich tropisch und tyyisch seychellisch zu ernähren, und das ganz vegan. Und jetzt kommt das „aber“ und das kommt ganz groß… ABER man muss auf ein paar Dinge achten, und die kommen hier:

1) Selfcatering-Unterkunft buchen!

In den „normalen“ Hotels oder kleineren Guesthäusern mit Halbpension ist man gerade dabei, sich ganz langsam mit vegetarischer Ernährung zu beschäftigen, aber noch nicht richtig wirklich beim Thema angekommen, schon gar nicht bei  „Vegan“! Das ist halt einfach so.  Aber wer eine  Selfcatering-Unterkunft bucht, der hat – vorausgesetzt, er ist flexibel genug, pfiffig und willig sowie –  beste  Chancen auf einen paradisiesch-veganen Seychellen-Aufenthalt, und das kann durch aus die Vorstufe zum Himmel sein. Denn  er kann selbst bestimmen, welche veganen Köstlichkeiten aus der Tropenküche bei ihm auf den Teller kommen, und da gibt es doch eine erstaunliche Auswahl… siehe Rezepte hier auf diesem Blog und die unten zusammengestellten Empfehlungen in einer entsprechenden Liste.

2) Obst und Gemüse an der Straßenecke kaufen!

Überall gibt es mittlerweile kleine Stände, an denen Einheimische frische Früchte verkaufen, meist aus ihrem eigenen Garten! Kein Angebot gleicht dem anderen, mehrere Stopps lohnen sich also. Neben den Klassikern wie Papaya, Bananen und Mango gibt es auch aufregende Exoten: korosol (Stachelannone), ker d bef (ähnlich wie eine Cherimoya)

Außerdem noch karanmbol (Sternfrucht) oder zanana (Ananas). An Gemüsesorten werden meist Gurken, Kürbis, Tomaten, Paprika, Karotten, Kohl, Auberginen, Okra, Bohnen angeboten, doch nicht jederzeit ist alles gleichzeitig verfügbar. Wind und Wetter – und leider manchmal auch Schädlinge (wie die Weiße Fliege oder senir plim, die Seidenspinnerraupe) haben einen großen Einfluss auf das Sortiment.

3) Bei kleinen Krämerläden nach frischen, lokalen Snacks Ausschau halten!

Die schlechte Nachricht: Einkaufen für Hardcore-Veganer wie in Deutschland, z.B. im Bio-Laden oder Öko-Shop – Fehlanzeige! Soja-Käse, Veggie-Würste oder Algen-Nudeln wird man derzeit (noch) vergebens suchen.  Doch dann die gute Nachricht (und das war in der jüngeren Vergangenheit der Seychellen nicht immer so): An jeder Ecke gibt es Lebensmittel zu kaufen. Da sind kleinere Krämerläden, die sich meist nur aufs Nötigste beschränken – Öl, Salz, Zucker, Bier, Cola und ganz normale Lebensmittel des täglichen Bedarfs wie Eier, Butter, Milch. Ist natürlich nicht vegan, aber fast jeder dieser winzigen Shops hat vegane Knabbereien wie Cashews oder Erdnüsse. Und vorn am Kassentresen steht meist eine Vitrine, in der frische Snacks liegen, vor allem die köstlichen „samousa“ – gefüllte Teigtaschen. Hier nach der Variante „legim“ (kommt von französisch „légume“ Gemüse) bzw. „vegetable“ fragen. Die Vegan-Variante birgt „kari legim“ – Gemüsecurry – in sich, was meist Kohl, Böhnchen und Karotten sind. Hinreißend! Außerdem gibt es oft frische Chips aus Brotfrucht, „mayok“ (Maniok/Cassava) und Bananen. Und dann noch zwei merkwürdige Backwaren, denen ich noch nie etwas abgewinnen konnte: „galet“ – weiße runde Dinger, die an ausgetrocknete Schwämme erinnern und aus Maniokmehl gebacken sind und „larou saret“ – knüppelhartes Gebäck aus normalem Weizenmehl.

4) In Mini-Märkten vegane Basics kaufen!

In jeder Bucht finden sich mehr oder weniger professionelle Mini-Märkte. Hier finden sich tolle vegane Basics, wie Linsen und Mungbohnen,  Mehl und Kichererbsen, Kartoffeln und Asia-Nudeln (natürlich ohne Ei).  Knoblauch, Zwiebeln und Ingwer sind sowieso nicht aus der „lakwizin kreol“ – der kreolischen Landesküche – weg zu denken, genauso wie Reis, den es zu jedem Essen dazugibt. Ein seychellisches Sprichwort sagt: „Ein Essen ohne Reis ist kein Essen“. Eine passable Auswahl an Konserven wie Mais und Erbsen, Tomaten und Champignons sind selbstverständlich. Ein absoluter Vegan-Klassiker auf den Seychellen sind die „baked beans“ – dicke Bohnen in einer hinreißenden, leicht süßlichen Tomatensauce – die gern auch zum Frühstück serviert werden.

Brot gibt es natürlich auch, wobei das so eine Sache ist: Als „dipen“ bzw. „bread“ gilt in erster Linie ödes Toastbroat. Aber langsam kommen sogar Vollkorn-Toast-Varianten auf den Markt. Einige Bäckereien auf der Insel backen auch frisches Baguette, aber Schwarzbrot und klassische Vollkornprdukte, wie wir sie von zuhause her kennen – Fehlanzeige.

Gerade die Inder betreiben etliche professionellere Supermärkte im Miniformat. Bekannt sind z.B. Kumar&Kumar (mein Lieblingsladen), Sekaar, Kannu’s etc. Hier gibt es eine wahrhaft paradiesische Auswahl an veganen Zutaten, vorausgesetzt, man gewinnt der Küche Indiens etwas ab. Hindus sind von Haus aus Veggies und so ist es kein Wunder, das es unterschiedliche Arten von indischen Hülsenfrüchten (Dal, Mung, Urd) und die entsprechend „Abkömmlinge“ wie Mehl oder Backwaren gibt. Ob Naan- oder Chapati-Brote, ob Poppadam oder „moulouk“ – für die ich sterben könnte – so himmlisch schmecken die Teigwürmer aus Linsenmehl mit exotischen Gewürzen, wenn sie frisch zubereitet wurden.

5) In der Hauptstadt nach veganen Extras Ausschau halten!

Je größer der Supermarkt, desto größer die Chance, dass sich hier vegane Zusatzprodukte auftreiben lassen, die man auch in Deutschland kennt. Besonders gut sortiert sind die Filialen von ISPC (einer belgisch-französischen Kette), von der es auch ein Ableger in der Anse Royale gibt. Dann STC Hypermarché an der Ausfallstraße kurz vor Victoria, außerdem Spar auf Eden Island. Hier gibt es z.B. Müsli und Mandelmilch, Quinoa und Couscous, Buchweizen und Vollkornmehl, und auch Tofu und Saitan sollen hier schon gesichtet worden sein – allerdings zu teilweise unverschämt hohen Preisen.

6) Keine falsche Erwartungshaltung bei Hotels und Restaurants haben!

Ein Beispiel: Bei einem Aufenthalt auf Bird Island (Zimmerpreis pro Nacht mehr als 450,– Euro) regte sich ein deutsches Paar darüber maßlos auf, dass man nicht auf Veganer eingestellt sei. Bei dem Preis sei es doch das Mindeste, dass man außer etwas Krautsalat, Linsen und Kürbis-Pampe (ja – diesen Begriff verwendeten sie tatsächlich gegenüber mir) doch bitte mehr Abwechslung erwarten dürfte. Nein – darf man nicht! Auf Bird dominieren Fisch- und Eiergerichte, und das seit jeher! Eine „Notwendigkeit“ zum Umdenken gibt es auch gar nicht, weder auf Bird noch auf den anderen 114 Inseln. Warum auch? – Wir würden ja auch etwas irritiert reagieren, wenn indische Gäste im Hotel Bayerischer Hof nach typisch deutschen Traditionsgerichten wie Weißwürsten oder Rouladen fragen, die nicht aus Fleisch bestehen…

7) Beim Essengehen gezielt nach traditionellen Gerichten fragen, die von Natur aus vegan sind!

Mit diesem Trick schlägt man gleich drei Fliegen mit einer Klappe:  Erstens gibt man sich als Gast aus, der an landestypischen Spezialitäten interessiert ist, zweitens lernt man ein bisschen Kreolisch und drittens schmeichelt man dem Küchenchef, wenn man nach authentischen Gerichten nachfragt, auf die er vielleicht sogar besonders stolz ist. Eine Liste dieser Klassiker der „lakwizin kreol“ (Kreol-Küche) findet sich am Ende des Beitrags.

8) Bei Take-Aways und Streetfood-Wägen nach Salat und „satini“ fragen!

Die weltweit bekannten Fastfood-Ketten haben (bis auf den kleinen BurgerKing-Tresen in der Abflughalle des Internationalen Flughafens) auf den Seychellen noch keinen Einzug gehalten und das ist gut so. Es gibt zwar viele Take-Aways, aber die haben nichts mit McDoof oder WürgerKing gemeinsam; hier in den Streefood-Wägen wird traditionelle „Hausmannskost“ angeboten, oftmals daheim von Mama, Papa, Oma und Opa gekocht, dann über die Insel geschaukelt und in einem kleinen Verkaufswagen angeboten.  Natürlich – es mischen schon auch Hot Dogs und Burger mit, aber meist ist es doch Hühnchen-Curry oder gebratener Fisch, der vor allem zu den Hauptessenszeiten (Mittag) oder nach Feierabend verkauft wird. Nicht richtig wirklich vegan. – Doch auch hier gibt es einen Königsweg: Es ist nämlich Brauch, dass zu jedem dieser Fisch/Fleisch-Gerichte leckere Beilagen angeboten werden. Meist ist es Salat aus geraspeltem Weißkraut und Karotten, gern auch mal aus Mango und Frühlingszwiebeln.

Puren grünen Salat gibt nur selten als Beilage oder gar Hauptgericht in den Restaurants. Doch das ist kein Grund zur Verzweiflung. Besonders lecker ist nämlich jede Art von satini – wörtlich: Chutney, was aber wenig mit den uns bekannten Chutney-Zubereitungen, die gern als Dips oder Saucen verwendet werden, zu tun hat. Unter satini wird im kreolischen Sprachgebrauch geraspeltes, grünes Obst verstanden, z.B. „Golden Apple“ oder Papaya, was zusammen mit Ingwer, Zwiebeln, Knoblauch und Chili angeschmort wird. – Hammer!

9) Bei größeren und gehobenen Restaurants einfach einen Tisch und veganes Essen vorbestellen!

Wer im Hotel wohnt, hat ein relativ leichtes Spiel, im Vorfeld das Thema „veganes Essen“ abzuklären; das lässt sich sogar ggf. von daheim aus per E-Mail kommunizieren. Wer aber spontan auf den Seychellen vegan essen gehen will, hat es da schwer(er). Dennoch gibt es einen Ausweg: Warum nicht einfach ein paar Stunden vorher einen Tisch reservieren und in diesem Zusammenhang nach veganen Gerichten fragen? – Für Mahé: Möglich dürfte das sein z.B. im Restaurant „La Grande Maison“ (Rum-Destillerie), im „DelPlace“ (Port Glaud)  oder bei „Dauphins Heureux) (Anse Royale). –  Ganz passabel für Veganer dürfte auch das indische Restaurant „Mahek“ im Hotel „Coral Strand“/Beau Vallon sein, ebenso wie das französisch inspirierte „La Plage“. Noch ein kleiner Tipp ohne Reservierung: Eine  besonders brauchbare Auswahl gibt es im Süden Mahés im „Jardin du Roi“. Auf der Karte stehen etliche vegane Klassiker, die sich unten in der Liste wieder finden.

10) Verständnis dafür haben, dass die klassische „lakwizin kreol“ nur bedingt für vegane Ernährung taugt!

Machen wir uns nichts vor! Ein Archipel, etliche hundert Seemeilen vom Festland entfernt, muss sich hauptsächlich über importierte Lebensmittel versorgen. Bis  2008 war das ein mühsames Geschäft, denn die sozialistische Planwirtschaft hatte so ihre Probleme mit dem Füllen von Regalen. Mit dem „macro oeconomic programme“ und den steigenden Touristenzahlen wurde aber die generelle Lage immer besser und es kamen mehr und mehr ausländische Produkte ins Land, egal ob es sich dabei um Obst aus Südafrika oder Nutella oder Waschpulver handelt. Nur – das hat nicht allzu viel mit der klassischen kreolischen Küche zu tun: Hier dominierten seit 250 Jahren eben die Produkte des Landes, und das waren Fisch und Hühner und Eier, sowie das, was auf den Bäumen wächst und dem wenigen kargen Boden zwischen Granitfelsen abgerungen wird. Landwirtschaft im großen Stil oder gar (Massen)Tierhaltung gab und gibt es nicht. Reis, Linsen und Gewürze kamen über die Siedler, Seeleute und Arbeiter – also den klassischen Einwanderern –  aus La Réunion und Mauritius, Indien und Asien auf die Insel. Statt frischer Milch gab es Milchpulver, und statt Mineralwasser gab es das, was aus den Quellen sprudelte oder eine aufgeschlagene Trink-Kokosnuss zu bieten hatte. – Wenn man das im Hinterkopf behält, wenn man zudem mit dem nötigen Respekt für die Landesküche unterwegs ist, dann klappt es auch mit dem veganen Traumurlaub!

Seychellische, Traditionelle Gerichte und Zutaten für Veganer

Fryapen griye lo labrez koko sek koko sek – Brotfrucht über Kokoskohle gegrillt

Zavoka – Avocado in jeglicher Form, als Dip und als Salat – Saison: um Ostern herum

Zak – Jackfruit/Jackfrucht; sowohl aus Fruchtfleisch als auch aus den Samen werden Curry-Gerichte zubereitet

Gato piman – kleine Linsenküchlein mit Chili und „kari pile“ gewürzt

Zanbrovat – Kichererbsenpüree

Lantir kreol – würziger Linsenstampf (rote Linsen mit Zwiebeln, Knoblauch Ingwer)

Kari koko legim – Gemüsecurry mit Kokosmilch

Samousa legim – Teigtaschen mit Gemüsefüllung

Moulouk – Teigschlangen aus Linsenmehl

Frikase zeronman – Kürbis-Stampf (Achtung: Manchmal kommt da gerösteter Speck oder Bratwurst rein, also vorher einfach darum bitten: „without bacon, without sausage“)

Lasoup poussenika – Suppe aus Wachs-Kürbis

Ladyfingers – Okraschoten, als gebratenes Gemüse oder pikant als Salat

Bred  – alle Sorten von „jungem Grün“ (Pak-Choi, Baumsprossen wie Moringa, einheimischer Spinat

Eigentlich war es nichts anderes als Fernweh und die Suche nach dem perfekten Inselidyll, was Heike Mallad auf die Seychellen brachte: 1998 verbrachte sie zum ersten Mal eine Woche auf den Trauminseln im Indischen Ozean.

„Magic Mango“: Tropengold auf dem Teller

1. August 2017

Einer der wohl exotischsten Früchte ist die Mango: Ihr Geschmack lässt sich nur schwer in Worte fassen – da ist etwas von Pfirsich und Vanille, von Mandel und Sahne und auch irgendetwas wie ein Hauch von Zimt und Nelke. Und dann diese unnachahmlich leuchte Farbe von sonnengelb bis tieforange und diese saftige Süße! Nicht umsonst schmückt sich die Mango gern mit dem Titel „Königin der Exoten“.

Fast zwei Dutzend verschiedene Sorten sind auf den Seychellen bekannt, wie z.B. die mang blan (Weiß-Mango), die mang dodo (die offenbar mit ihrer Form an den Sagenvogel Dodo aus Mauritius erinnert) oder die mang bourbon (die sich mit ihrer leichten Vanille-Note wohl über La Réunion auf den Seychellen eingebürgert hat): Die hohen Bäume mit ihren unzähligen schmalen, schlanken und dunkelgrünen Blättern sind nicht wegzudenken aus den heimischen Gärten, aber sind genauso jenseits der Straße, hinter der Bushaltestelle zu finden oder am zentralen Mülltonnen-Standort zu finden. Gern platzieren sich Gemüsehändler mit ihren Verkaufsständen unter den Mangobäumen, weil sie so schön schattig sind. Und in meiner Nachbarschaft gibt es sogar diverse „Mango-Garagen“ – kleine Kfz-Werkstätten, deren Arbeiter es vorziehen, den Reifen- oder Ölwechsel nicht in praller Sonne machen zu müssen, sondern unter einem dunklen, schattigen Mango-Dach.

Wer mal soeben einen kleinen Hunger verspürt, schnappt sich eine reife Mango vom Baum, die in der Regel zwischen November und März Hochsaison hat. Hängen die Früchte zu hoch, hilft eine Bambus-Stange oder ein langer stabiler Palmwedel. Oder man begibt sich einfach mal kurzerhand höchstselbst in die Baumkrone – kein Problem für die geländegängigen Einheimischen. Und erst recht kein Problem für die sousouri – die Flughunde, die auch fruit bats genannt werden, weil ihre Leibspeise zum Beispiel süßes Obst, vor allem Mangos, sind.

Seychellen ohne Mangos – kaum auszudenken! Doch es bahnt sich eine Katastrophe an: Da seit ungefähr zwei Jahren senir plim – der Seidenspinner – die Inseln heimsucht und sich mit Vorliebe in Terrassen- und Mangobäumen einnistet, ist die Lage bedrohlich. Das liegt nicht etwa daran, dass man nicht gewillt ist, gegen die Raupe mit ihren extrem giftigen Härchen vorzugehen. Es ist eher die Art und Weise des „Wie“. Da bislang eingesetzte Pestizide entweder die falschen waren und/oder keine Wirkung zeigten, werden kurzerhand die befallenen Mango-Bäume umgehauen. Die Folgen: ein immenser Ernte-Ausfall von nie da gewesenem Ausmaß. Wenn dann noch zur ungünstigen Zeit zu viel Starkregen die Inseln heimsucht und die Blüten quasi am Stamm verfaulen, dann dezimiert sich die Ernte um ein weiteres Vielfaches.

Zeit also, um innezuhalten und mit Ehrfurcht und Respekt Mangos zu genießen, zum Beispiel als feurig-fruchtiger Mango-Salat:

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Kreolischer Mango-Salat (für ca. 2 Portionen)

 ZUTATEN

 2 Mangos: In der Qualität eher hart bzw. halbreif. Sie dürfen auf keinen Fall weich sein. Bitte vorher mit dem Daumen drücken. Wenn sich das Fruchtfleisch fest anfühlt und nicht eindrücken lässt, dann ist sie genau richtig.

 3 Frühlingszwiebeln

2-4 Limetten (zur Not 1 große Zitrone)

2 Esslöffel Öl

Chili nach Belieben:  entweder eine kleine frische Schote, in hauchdünne Ringe geschnitten, oder etwas „Chili Punch“ bzw. „konfi piman“ (eingelegte Chilis) oder für die weniger Mutigen Tabasco, Chiliflocken oder Sweet&Sour-Chili-Sauce

Salz und Zucker nach Belieben

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ZUBEREITUNG

Beginnen wir mit dem Schwierigsten, den Mangos: Erst die Schale mit dem Sparschäler abschälen, und dann das Fruchtfleisch in dünnen Lagen mit dem Sparschäler abziehen und in eine Schüssel geben. Die Mango hat in der Mitte einen Kern, der holzig-faserig ist. Um diesen Kern herum schälen. In dem Moment, wo der Sparschäler auf Widerstand stößt, ist der Kern erreicht. Diesen dann nicht weiter bearbeiten, da er bitter ist.

Die Limetten auspressen und den Saft über die Mangos träufeln, ebenso das Öl.

Die Frühlingszwiebeln in dünne Ringe schneiden, darüber streuen

Mit Chili, Salz und Zucker würzen. Alles miteinander vermengen. Der Salat muss vor Marinade richtig „schmatzen“, wenn man ihn durchrührt. Wenn dies noch nicht der Fall ist, dann einfach noch etwas Essig, Öl und Limettensaft dazu geben.

 Alles gut vermengen und ca. 10 Minuten ziehen lassen, bis die Marinade die Farbe des Fruchtfleischs annimmt.

 Der Salat passt perfekt zu gegrilltem Fisch und zu Hühnchen, aber auch zu allen Curry-Gerichten.

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Steckbrief Mango:

100 gr = 57 kcal / 12,5 gr Kohlenhydrate / 0,5 gr Fett / 0,6 gr Eiweiß / 82 gr Wasser

Hoher Gehalt an Vitamin C (37 mg/100 gr.) sowie Folsäure (36µg/100 gr), außerdem überdurchschnittlich hoher Carotin-Gehalt (1300 µg/100 gr).

Eigentlich war es nichts anderes als Fernweh und die Suche nach dem perfekten Inselidyll, was Heike Mallad auf die Seychellen brachte: 1998 verbrachte sie zum ersten Mal eine Woche auf den Trauminseln im Indischen Ozean.

Seychellisches Super-Food: Moringa

1. Juni 2017

Wenn Patsy von der Schule nach Hause kommt, dann ist sie erschöpft. Als Lehrerin hat sie alle Hände voll zu tun, und wer einmal die quirligen seychellischen Kinder kennengelernt hat, der weiß, wie kräftezehrend es ist, sie zu bändigen.

Nachdem Patsy ihren Feierabend mit einer Tasse Tee eingeläutet hat, kehren ihre Lebensgeister wieder zurück und sie beginnt, das Abendessen zu planen. Steven, ihr Mann, der als Holzfäller Schwerstarbeit leistet, ist auch soeben nach Hause gekommen und ist mit ihr einer Meinung: Es muss etwas auf den Tisch, das die verbrauchten Energien zurück bringt. Schnell einigen sich beide. Heute Abend gibt es zur Stärkung bouyon bred: den klassischen seychellischen Suppeneintopf mit Brühe, Fisch und eben diesem bred – was aber nichts mit dem englischen bread oder Brot zu tun hat, sondern ein Sammelbegriff für junges Grünzeug ist. Sämtliche Sprossen, Triebe, Schösslinge finden sich darunter wieder, egal ob Kohl, Spinat oder Kürbisranken. Doch heute soll nichts von alledem das Schöpfgericht anreichern. Heute kommt etwas ganz besonderes und traditionsreiches auf den Tisch: Moringa, das auf den Seychellen bred mouroung heißt oder auch als bred ti fey bekannt ist, weil das Gewächs mit ganz kleinen, zarten Blättchen (petites feuilles) punktet.

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In unserem Breiten kennen wir dieses eigenartige, scharf riechende Gewächs nicht, aber vor allem von Indien bis Afrika ist diese zähe, widerstandsfähige Pflanze weitverbreitet. Auf den Seychellen schwören die Einheimischen schwören auf die reinigenden und Energie spendenden Kräfte des Baumes. In den USA gibt es längst einen Hype um Moringa, wo das Nährstoffwunder in Pulver und Kapseln gefeiert wird. Denn es soll nicht nur ein Power-Food, sondern auch ein Schlankmacher sein. In Deutschland ist Moringa erst langsam im Kommen, dennoch: Es wird Zeit, dass wir der Sache auf den Grund gehen. Die Seychellen sind der richtige Platz dafür.

Wer hätte das gedacht, dass ausgerechnet bred ti fey ein Top-Spieler in der Protein-Liga ist? Moringa liefert hochwertiges pflanzliches Eiweiß und ist somit besonders bei Vegetariern und Veganern ein Objekt der Begierde. Bis zu einem Drittel bestehen die Blättchen aus Eiweiß! Besonders pikant – der Geschmack Nicht umsonst heißt der Moringabaum auch Meerettichbaum. Er ist nämlich ein echter Scharfmacher, denn in ihm steckt eine ordentliche Ration an Senfölen. Diese bittere Wahrheit ist keine schlechte, sondern eine gute Nachricht für alle, die auf ihr Gewicht achten. Bitterstoffe sind natürliche Appetitzügler, regen die Verdauung an und heizen dem Fettstoffwechsel ein. Außerdem ist Moringa ein Füllhorn an Fettsäuren vom Feinsten! Unser seychellischer Wunderbaum ist nämlich eine Tankstelle für Hochleistungstreibstoff: Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Wer jetzt denkt: „Igitt, Fett! Das macht doch erst recht dick!“, der liegt völlig falsch. Denn die besagten Fettsäuren sind gute Fette – wichtige Helfer für eine schlanke Linie, für einen fitten Körper und für mehr Energie! Und genau darauf setzen Patsy und Steven, wenn sie sich heute bred ti fey zubereiten.

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Das Beste an bred ti fey ist: jeder auf den Seychellen hat einen kleinen Busch davon oder gar einen ausgewachsenen Baum in seiner Nähe stehen – entweder im eigenen Garten oder als Begrenzung zum Nachbarn; entweder als Hecke rund ums Haus oder einfach an der nächsten Straßenkreuzung. Während Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer erst in Öl angebraten wurden und dann in Brühe weichdünsten dürfen, während nebenher ein schönes Filet vom karang-Fisch in der Pfanne brutzelt, eilt Steven nach draußen und bricht sich im hereinbrechenden Dunkel der Nacht flugs drei, vier Äste vom Baum, der seine Hofeinfahrt ziert. Zugegeben, es ist schon etwas mühselig, die kleinen Blättchen von den Zweigen abzuzupfen, aber es lohnt sich! Ansonsten gibt es einen seychellischen Hausfrauentrick, der viel Arbeit und Zeit spart: Frisch gepflücktes bred ti fey in eine große Plastiktüte stecken und ab damit ins Gefrierfach! Wann immer dann die Blättchen gebraucht werden, Beutel wieder rausnehmen und einfach kurz schütteln. Die tiefgefrorenen Blättchen fallen dann ratzfatz ab.

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Mittlerweile ist es stockdunkel, aber in der Küche von Patsy und Steven strahlt ein warmes Licht und erst recht strahlen ihre Gesichter! Ein tiefes Gefühl von Zufriedenheit und Harmonie durchflutet den Raum. Es duftet hinreißend nach knusprigem Fisch, nach Suppe, die mit der Welt versöhnt und nach bred ti fey, würzig und deftig! Auf dem Tisch steht bereits zusätzlich ein großer Topf mit dampfendem Reis, daneben eisgekühltes Seybrew – ach, wie gut tut der erste Schluck Bier! Gleich gibt es Abendessen, so herrlich einfach, so lecker und so gesund – genauso schmecken die Seychellen!

* * *

bouyon bred ti fey (für ca. 2 Portionen)

300 g karang-Fischfilet, falls nicht vorhanden: irgendein anderer filetierter Fisch

500 g bred ti fey (gezupfte Blätter), falls nicht vorhanden: Pak-Choi-Chinakohl, geputzt und in feine Streifen geschnitten, zur Not frischer Blattspinat oder Mangold

2 Knoblauchzehen, fein gehackt

1 Zwiebel, fein gehackt

1 Stück Ingwer, ½ Daumen groß, fein gehackt

¾ Liter Gemüse- oder Hühnerbrühe (wer es ganz besonders deftig mag, nimmt Fischfond)

Öl und Salz

* * *

Fischfilet in etwas Öl kurz und scharf in einer Pfanne anbraten, salzen, vom Feuer nehmen und ruhen lassen. In einem größeren Topf Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer in etwas Öl glasig dünsten. Dann Gemüse (bred  oder andere Spinat- oder Kohl­sorte) hinzufügen, umrühren, ziehen lassen. Anschließend gebratenes Fischfilet oben auflegen, nicht mehr um­rühren und mit Brühe aufgießen. Deckel daraufgeben und ca. 10 bis 15 Minuten ziehen lassen.

* * *

Wichtig: Als Beilage unbedingt Reis servieren,
denn auf den Seychellen gilt:  Ein Essen ohne Reis ist kein richtiges Essen!

 

 

 

Eigentlich war es nichts anderes als Fernweh und die Suche nach dem perfekten Inselidyll, was Heike Mallad auf die Seychellen brachte: 1998 verbrachte sie zum ersten Mal eine Woche auf den Trauminseln im Indischen Ozean.

Gelb ist nicht gleich Gelb: Warum Kurkuma kein Safran ist…

26. Februar 2017

Wer sich in die Seychellen verliebt, tut es nicht unbedingt nur wegen Land und Leute, sondern auch wegen kwizin kreol  – der typisch kreolischen Küche. Liebe geht schließlich durch den Magen.

Eines der wichtigsten Zutaten ist ein farbintensives Gewürzpulver. Oder sollte ich besser sagen: Puder? So samtig und fast staubig kommt es daher, so zart und fein, dass es sich nicht nur perfekt an die Speisen anschmiegt, sondern überall seine Spuren hinterlässt – auch da, wo es eigentlich nicht hinsollte, z.B. an Haut und Kleidung. Die Flecken gehen dann so gut wie nicht mehr raus… Und wenn ich damit koche, verfärben sich sogar meine Fingernägel, zum Glück nicht auf Dauer! Aber das ist auch schon das einzig Negative an diesem Zeug, denn diese knalligfarbene Zauberzutat ist nicht nur extrem schmackhaft, sondern auch gesund und ein Fatburner obengleich! Ein Alleskönner –  Kurkuma, ohne das auf den Seychellen nichts geht, zumindest nicht in der Küche. Denn hier würzt es fast jede Speise, vor allem die leckeren Curry-Gerichte

Kurkuma – was ist das eigentlich? Zunächst einmal ist es eine recht gewöhnliche Tropenpflanze, die überall rund um den Äquator wächst. Sie hat hübsche lange grüne paddelähnliche Blätter, eine schnuckelige weiße Blüte, die aufrecht wie eine Fackel steht und sieht insgesamt äußerst adrett aus. Ihre wahren Werte aber liegen unter der Erde – in ihrer Wurzel. Kein Wunder, dass Kurkuma auch Gelbwurz genannt wird. Mancherorts heißt sie auch Safranwurz, aber mit dem kostbaren Safran, das aus den Blütenstempeln von Krokussen gewonnen werden, hat sie nichts zu gemeinsam – bis auf ihre intensive goldgelb-orangene Farbe.

Vielleicht auch deswegen heißt Kurkuma auf den Seychellen einfach safran – was sogar fett auf den kleinen Gewürzschachteln in fetter Schrift aufgedruckt steht.

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Kein Wunder, dass selbst gestandene Journalisten – jüngst geschehen in der WDR-Reportage „Traumhaft schön“ (5.2.2017) – auf diesen „Etikettenschwindel“ hereinfallen. Aber jeder, der sich ein bisschen in Küchenkunde auskennt, würde schon beim Kauf von seychellischem safran merken, dass es gar kein echter Safran sein kann, so günstig ist das Gelbwurz-Pulver auf der Insel. Im Übrigen verbirgt sich auch der kleine englische Zusatz turmeric powder auf der Schachtel, und die deutsche Übersetzung heißt eben nichts anderes als – KURKUMA.

Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht so recht, wie ich den Geschmack von Kurkuma beschreiben soll – eine eigenartig bitter-erdige Schärfe hat es. Fast neige ich dazu, es so ähnlich einzustufen wie Curry oder Masala. Doch hiervon gibt es x verschiedenen Variationen und viele seychellische Haushalte haben da ihre eigene Mischung – geheim, versteht sich.

Deswegen verzichte ich auf weitere Recherche hinsichtlich dieser Zusammensetzung, kaufe Kurkuma entweder in den obigen Schachteln oder in kleinen Tütchen und verwende es gern pur, z.B. wenn ich aus den seychellischen Kürbissen eine Suppe zaubere oder wenn ich Auberginen habe, die ich dann als bennyen brenzel in einem Bierteig ausbacke, den ich natürlich mit Kurkuma würze.

Und bei diesem ganz einfachen Essen merke ich dann: Geld macht nicht glücklich – GELB macht glücklich!

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Rezept für bennyen brenzel

(„Gebackene Auberginen“, für 2 Portionen)

  1 dicke Aubergine
  1 Ei, etwas Mehl, ca. ½ Glas Bier, Salz und Kurkuma nach Belieben
Öl, Salz und Küchenpapier

Aubergine in ca. 5-7 mm dicke Scheiben schneiden, salzen und warten, bis Wasser austritt; dieses dann abtupfen. Ei trennen, Eiweiß zu steifem Schnee schlagen, Eigelb mit Bier schaumig rühren, soviel Mehl einrühren, bis ein leicht zähflüssiger Teig entsteht, dann Eiweiß unterheben, Salz und Kurkuma dazugeben und nochmals leicht aufschlagen. In einer großen Pfanne Öl (noch besser: Kokosfett/Palmin) erhitzen, dann Auberginenscheiben in Teig wälzen und vorsichtig goldgelb ausbacken. Auf Teller mit Küchenpapier geben und entfetten.

Dazu passt ein Dipp, ein Chutney oder eine fruchtige „sos kreol“ aus geschmorten Zwiebeln, Ingwer, Knoblauch, Chili, Kreuzkümmel und passierten Tomaten.

 

Eigentlich war es nichts anderes als Fernweh und die Suche nach dem perfekten Inselidyll, was Heike Mallad auf die Seychellen brachte: 1998 verbrachte sie zum ersten Mal eine Woche auf den Trauminseln im Indischen Ozean.

Chill out mit Chili

10. Februar 2016

Chili ist eines dieser Zauberwörter auf den Seychellen. Doch hier heißt es nicht Chili, sondern piman! Ohne diesen kleinen Scharfmacher geht nix auf dem Teller, und schon gar nicht seychellische Hausmannskost. Piman, das Wort für Schärfe schlechthin, für Würze und den richtigen kreolischen Geschmack! Piman, das ist aber nicht nur Chili, sondern es ist ein Lebensgefühl! Überall auf der Insel gibt es piman, immer wieder feurig und doch immer wieder anders.

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Mein Favorit sind die pti piman, die ganz kleinen Chilischoten, vor allem dann, wenn sie noch grün sind. Sie brennen höllisch, aber sie sorgen für ein tolles kreolisches Upgrade auf jedem Teller. Wer einmal abends die Dämmerstunde in einer kleinen seychellischen Häuseransammlung verbringt, der kann piman sogar hören. Aus jeder noch so kleinen Hütte dringt das besänftigende Malmen von Mörser und Stößel, der die kleinen Schoten zerquetscht. Anschließend in eine alte gesäuberte Ketchupflasche gefüllt, mit etwas Salz, Limettensaft und Öl aufgefüllt und schön durchgeschüttelt, halten sie sich ewig und sind sehr sparsam im Verbrauch. Für die meisten von uns reicht eine Messerspitze piman zum Hauptgang. Ich bin schon etwas weiter und genehmige mir vor allem zu einem deftigen schweren Abendessen schon mal eine halbe Einheimischenportion, nämlich mindestens einen ganzen Teelöffel…

Eigentlich war es nichts anderes als Fernweh und die Suche nach dem perfekten Inselidyll, was Heike Mallad auf die Seychellen brachte: 1998 verbrachte sie zum ersten Mal eine Woche auf den Trauminseln im Indischen Ozean.

Kari zourit: Oktopus-Curry, ganz traditionell!

1. Oktober 2015

Wenn mich jemand fragt: „Wie schmecken die Seychellen?“, dann läuft mir das Wasser im Munde zusammen, denn ich denke sofort an das ursprünglichste aller seychellischen Gerichte:  das kari zourit – Oktopus-Curry. Es ist der ultimative Eiweiß-Kick aus der Tiefe des Meeres, dazu ein netter Fatburner dank Curry-Gewürz und Chili. Richtig exotisch und außergewöhnlich! Wer Oktopus nicht mag, kann das Ganze auch als Fisch-, Hühnchen- oder veganes Gemüse-Curry (mit Paprika, Karotten, Zucchini, Brokkoli, Kartoffeln) abwandeln.

Zutaten (für 2 bis 4 Portionen)

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Oktopus, 4 Arme, gegart und in kleine Scheiben geschnitten

1 mittelgroße Aubergine

Ingwer, 1 Stück daumengroß

Knoblauch, mindestens  2 Zehen

Zwiebel, mittelgroß, 1 Stück

Curry-Gewürzmischung oder Masala, 2 TL

Salz, 1 TL

Curry-Blätter, falls vorhanden (gibts im AsiaLaden) 3 bis 5 Stück

 

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Kokosmilch, 150 ml

Alpro Soja Cusine (normal oder light) 150 ml

Chilischote ein bisschen davon, klein geschnitten, nach Belieben

Öl zum Anbraten 1 EL

Zubereitung

Oktopus gibt es meist tiefgefroren im Supermarkt. Das ist gut so, denn nur durch das Einfrieren verliert er seine Zähigkeit!

  1. Vom gefrorenen Stück die Hälfte (4 Beine) abtrennen. Den Rest eingefroren lassen, denn daraus machen wir uns bald einen erfrischenden Salat Dann wird das abgetrennte Stück Oktopus aufgetaut in einem großen Topf in reichlich Salzwasser ca. 1,5 bis 2 Stunden gekocht, dann ist er nämlich wirklich weich. Danach Oktopus in kaltem Wasser abschrecken und die Arme zwischen Daumen und Zeigefinger nehmen und dann nach unten abstreifen, so dass man auf diese Weise die Saugnäpfe entfernt. Wer mag, kann sie natürlich auch dranlassen. – Anmerkung: Wer einen frischen Oktopus ergattert, sollte ihn unbedingt säubern und für ca. 24 Stunden einfrieren, denn so „bricht“ die Muskelkraft und der Oktopus wird schön zart. Wer keinen Oktopus zur Hand hat, nimmt einfach TK-Tintenfischtuben (ca. 3 bis 4 Stück)
  2. Die gegarten Oktopusarme in kleine Stücke schneiden und beiseite stellen.
  3.  Zwiebel, Knoblauch, Ingwer, Aubergine in kleine Würfel schneiden und in Öl anbraten.
  4.  Mit Curry/Masala-Gewürz bestäuben, kurz weiterbraten, so dass Röstaromen entstehen.
  5.  Gewürfelten Oktopus dazu, ggf. die Curryblätter zerbrechen und ebenfalls dazu.
  6. Kurz aufkochen lassen, dann Kokosmilch und Soja Cuisine  dazu, Salz nach Belieben, Platte aus und nachköcheln lassen, nach ein paar Minuten Deckel drauf.
  7.  Wem es zu scharf oder zu flüssig ist, einen Esslöffel Frischkäse oder Crème fraiche dazu und gut darin verrühren. Oder eine gekochte Kartoffel hineinreiben!

Eigentlich war es nichts anderes als Fernweh und die Suche nach dem perfekten Inselidyll, was Heike Mallad auf die Seychellen brachte: 1998 verbrachte sie zum ersten Mal eine Woche auf den Trauminseln im Indischen Ozean.

Lentiy Kreol: das tropische Linsengericht

30. September 2015

Wer bislang dachte, dass Linsen ein treudeutsches Essen seien, der hat sich gewaltig getäuscht. Denn Linsen und Seychellen, das ist mindestens genauso ein Traumpaar wie das schwäbische „Linsen mit Spätzle“.

Gleich aus zwei unterschiedlichen Himmels­rich­tungen kamen die kleinen Hülsenfrüchte auf die Inseln. Natürlich: Als erstes die  Seefahrer aus Europa, die im 18. Jahrhundert in einem Zeitalter ohne Kühlschrank und Vakuumverpackung lebten. Mit auf die Reise durfte nur das, was einigermaßen lange haltbar war und ei­nigermaßen einfach zu lagern ging. Und da war eine der besten Lösungen die Linsen. Sie wurden gleich zentnerweise in Lei­nen- oder Jutesäcke an Bord gebracht. Ein aufgedrucktes Mindesthaltbarkeitsdatum gab es nicht, aber sie hielten ewig,  oder mindestens: mehrere Monate und sogar Jahre.

Und dann kamen mehr oder weniger zeitgleich mit den ersten indischen Zuwanderern die Linsen auf die Seychellen. Indien ist eine Hochburg für Linsen, die dort dhal heißen.

In meinem kleinen Säckchen sind red split-Linsen, rot und geschält, Ursprungsland Türkei, aber immerhin gekauft auf den Seychellen in  beim Inder um die Ecke. Daraus zaubern wir uns jetzt ein würziges satini, also ein Chutney aus Linsen und Sonstigem, was nicht nur superlecker, sondern auch total gesund ist, denn die kreolische Kombination aus hoch eiweißhaltigen Kohlenhydraten und Fatburnern (nämlich das tropische Dreigestirn: Ingwer, Knoblauch, Chili) liefert einerseits Energie und lehrt andererseits überflüssigen Pfunden das Fürchten.

Und so einfach ist die Zubereitung:

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1 Tasse rote Linsen mit ca. doppelt soviel Wasser zum Kochen bringen und ca. 15 min. lang weich köcheln. In der Zwischenzeit

1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe und 1 daumengroßes Stück Ingwer kleinwürfeln und in wenig Olivenöl glasig dünsten.

Wenn das Wasser vollständig verkocht ist, bilden die Linsen einen Brei (nicht zu weich und nicht zu „beißig“), in den dann das gedünsteteZwiebelgemisch eingerührt unt mit Salz und frischem Chili abgeschmeckt wird. ACHTUNG: Bei frischem Chili äußerst vorsichtig vorgehen. Von den Schoten nur hauchdünne Ringe schneiden, und davon wirklich nur eine Messerspitze verwenden! Wer das Risiko einer „Verbrennung“ umgehen will, der nehme einen Esslöffel „Sweat&Sour“ Chilisauce aus der Flasche und rühre in unter. Ein paar Spritzer Limettensaft runden das Ganze mit einem Frischekick ab!

Schmeckt hervorragend als Beilage zu gegrilltem Hühnchen oder einem Fischfilet aus dem Ofen!

Eigentlich war es nichts anderes als Fernweh und die Suche nach dem perfekten Inselidyll, was Heike Mallad auf die Seychellen brachte: 1998 verbrachte sie zum ersten Mal eine Woche auf den Trauminseln im Indischen Ozean.