Category: Allgemein

Da haben wir den Salat – da haben wir den Oktopus-Salat!

11. Mai 2018

Für mich ist alles, was aus Okto­pus zubereitet wird, der Inbegriff der wahren kreolischen Küche! Vergeblich hatte ich in den vergangenen Tagen nach den Oktopusfängern Ausschau gehalten. Das sind zähe Bur­schen, Einzelgänger, die draußen kurz vor dem Riff stunden­lang im seichten Wasser tauchen. Meist sind sie mit einem alten angespitzten Stück Baustahl bewaffnet, mit dem sie in irgendwelchen Korallenbänken herumstochern, um die intelli­genten Kraken aufzuscheuchen und mit einem einzigen ge­zielten Stoß zu erlegen. Zuvor haben sie in aller Herrgotts­frühe am Strand in mühevoller Kleinstarbeit mit blanken Händen dunkle Krebslöcher im weichen Sand ausgehoben, um an geeignete Köder heranzukommen.

War der Fang erfolgreich, so marschieren die Jäger am Straßenrand gut sichtbar mit ihrer Beute zum nächsten Fischstand, um dort ihre frische Ware schnellstmöglich zu verkaufen. Doch so weit kommen sie meistens nicht. Irgendwer hat immer Lust auf Oktopus, irgendwer kauft ihn immer sofort, auf Zuruf. Auch ich habe mir angewöhnt, immer dann, wenn ich einen der Jungs mit ihren Flossen in der Linken, geschulterten Stahlstangen und verräterischer Beutel oder Beute in der rechten,  direkt zu fragen:

Zourit a vann? Oktopus zu verkaufen?

Wi! Ja!! – Nichts lieber als das!

Heute war es endlich soweit! Und nun mache ich mir daraus meine eigene Interpretation eines der beliebtesten Klassiker der kreolischen Küche, einen schicken Oktopus-Salat, in dem sich alle Farben der seychellischen Flagge widerspiegeln. Und der geht so:

1 Zwiebel
1 gelbe Paprika
1 Tomate
½ Salatgurke mit Schale
1 Handvoll kleingeraspeltes Blaukraut

Für die Marinade: 1 Limette, ferner Öl & Essig, Salz, Pfeffer, Chili (auch in Form von Sweet&Sour Chili-Sauce) zum Würzen, Schnittlauch zur Deko.

Und nun das wichtigste:

4-8 Oktopus-Beine*), je nach Anzahl der Freunde, Gäste und „Mit-Esser“, je nach Vorlieben, wie „fischig“ der Salat sein soll (Zubereitung des Oktopus siehe am Ende des Beitrags unter *)

  • Zwiebel in hauchdünne Ringe schneiden, außerdem Paprika, Tomate, Gurke kleinwürfeln und zusammen mit dem fein geraspelten Blaukraut in eine Schüssel geben.
  • Limette auspressen, den Saft zusammen mit etwas Essig und Öl über das Gemüse geben, mit den angegebenen Gewürzen nach Belieben und gewünschtem Schärfegrad abschmecken.
  • Den erkalteten Oktopus in kleine Scheiben schneiden, darunter mengen.
  • Alles etwas durchziehen lassen und mit klein gehacktem Schnittlauch dekorieren.

Dazu schmeckt warmes Baguette oder frisch gebackenes Knoblauchbrot aus dem Ofen.

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Anmerkung: In den Restaurants wird beinahe die gleiche Variante des Oktopus-Salats serviert, allerdings ersetzt eine kleingewürfelte Karotte normalerweise das Blautkraut und statt gelber wird grüne Paprika verwendet.

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*) Und so behandelt man einen Oktopus richtig:

Oktopus gibt es meist tiefgefroren im gut sortierten Super­markt. Verfügt dieser über eine F(r)ische-Theke, kann man ihn dort in der Regel vorbestellen.
Oktopus aufgetaut in einem großen Topf in reichlich Salzwasser ca. 1,5 bis 2 Stunden kochen, dann ist er nämlich wirklich weich. Danach in kaltem Wasser abschrecken und die Arme zwischen Daumen und Zeigefinger nehmen und dann nach unten abstreifen, so dass man auf diese Weise die Saugnäpfe entfernt. Wer mag, kann sie auch dranlassen, dann schmeckt das Ganze etwas „rustikaler“, aber auch etwas wabbeliger, was nicht jedermanns Sache ist..

Wer einen frischen Oktopus ergattert, sollte ihn säubern und für ca. 24 Stunden einfrieren, denn so „bricht“ die Muskelkraft und der Oktopus wird schön zart.

Eigentlich war es nichts anderes als Fernweh und die Suche nach dem perfekten Inselidyll, was Heike Mallad auf die Seychellen brachte: 1998 verbrachte sie zum ersten Mal eine Woche auf den Trauminseln im Indischen Ozean.

Wer hat die Kokosnuss geklaut?

1. Mai 2018

Es gibt ein Gewächs auf dieser Welt, das wie kein zweites das Paradies und die Tropen verkörpert: die Cocos nucifera –die Kokos­nuss­palme. Doch sie ist weitaus mehr nur als ein idyllisches Klischee, das idealtypisch sanft gebogen und leicht schräg über schneeweißem Sand und türkisfarbenem Wasser steht und einen perfekten Schattenspender abgibt…

Foto (c) https://www.rainerbauerdick.de/

… vorausgesetzt, man legt sich nicht direkt unter den Wipfel, aus dem jederzeit harte, schwere Nüsse auf den Kopf fallen können. Diese Warnung bitte wirklich ernst nehmen! Sonst kann die ‚“Kopfnuss“ wirklich größere gesundheitliche Schäden anrichten, bis hin zu Gehirnerschütterungen und Schädel-Hirntrauma.

Und dennoch – trotz dieser Gefahren für Leib und Leben gilt: Die Palme ist ein regelrechter Lebensbaum! Was dem Indianer einst sein Büffel, dem Eskimo sein Eisbär war, das ist dem Sey­chellois seine koko. Für uns Europäer scheint es zu­nächst eindeutig, dass im Zentrum dieser Nutzpflanze zunächst die Nussproduktion steht. Doch aufge­passt: Nuss ist nicht gleich Nuss. Genauso, wie sich eine Haselnuss von einer Wal- oder Erdnuss unter­scheidet, so gibt es Trink- und Ess­nüsse, blaue, rötliche und gelbe obendrein.

 

Schon immer scheint es Kokosnüsse auf den Seychellen gegeben zu haben. Schon immer? Fest steht, dass die frühen, schriftlich überlieferten Zeugnisse von einem reichen Vorkommen der Cocos nucifera berichteten: Lazare Picault schreibt 1742 bei seiner ersten Seychellen-Reise:

Nous avons descendu à terre armés à la coutume, n’avons trouvé personne dessus, ni apparence de jamais personne… On peut nommer [cette île] l’île d’Abondance. Beaucoup de cocotiers portant fruits sur le bord de la mer. Des tortues de terre et de mer… Du bois et de l’eau en abondance […]“ – Picault freut sich so sehr über die vielen Land- und Meeresschildkröten, über jede Menge Wald und (Süß)Wasser und haufenweise gut tragender Kokospalmen, dass er die Insel, die er später den Namen Mahé geben sollte, zunächst einmal „Insel des Überflusses“ taufte.

Kokospalmen zählen zu den ältesten Nutzpflanzen der Menschheit. Ursprünglich aus Polynesien stammend, verbreiteten sie sich überall da, wo es schön warm war, am liebsten um den Äquatorgürtel herum. Sie sind wahre Überlebenskünstler – und zwar in zweierlei Hinsicht: Einerseits schaffen sie es selbst, aus eigener Kraft heraus, tausende Kilometer auf dem Meer zu treiben, ohne dabei einzugehen, stattdessen aber immer noch keimfähig zu bleiben, andererseits helfen sie armen Kreaturen, die am Verdursten/Verhungern sind, beim erfolgreichen Meistern des Überlebenskampfes: Auf den alten Segelschiffen waren sie oftmals die einzige Nahrung, die nicht nur den Durst stillte und satt machte, sondern auch wie Medizin wirkte. Matrosen, die an Skorbut und extremem Vitaminmangel litten, konnten nicht selten nur dadurch überleben, dass sie ab und zu etwas weißes Kokosfleisch knabberten. Nicht nur wegen der Nährwerte, sondern auch weil es eine rechte Anstrengung, zugleich heilsame Massage für das darbende Zahnfleisch war, half es den Seemännern, das Innere der Kokosnuss zu zermalmen und dem massiven Zahnausfall vorzubeugen – eine Folge des Skorbut.

Während wir uns vor allem über die Nüsse – egal ob zum Essen oder zum Leertrinken – selbst freuen, war von jeher der Stamm als Holzlieferant für Häuser und Möbel beliebt, die Blätter dienten als Schindeln und Dachziegeln im Ganzen oder man verwendete Teile der Blätter zum Flechten von Hüten und Körben, die auf den Seychellen kapatya heißen. Die stabilen Mittelrippen der Blätter sind bestens geeignet, um Arbeitswerkzeuge daraus herzustellen: Besen (auf den Seychellen als balye zig bekannt) oder Fischreusen (lakaz pwazon). Kein Wunder, dass richtige „Nutzwälder“ aus Palmen auf den Seychellen entstanden. Auf jeder noch so kleinen Insel– selbst auf den entlegensten kleinen Eilanden, den zil elwannyen – wurde eine Kokosplantage im 18./19. Jahrhundert errichtet. Das Leben dort war kein Zuckerschlecken, oftmals waren die Arbeiter dorthin abkommandiert worden, wie z.B. Wendy Day Weevers-Charter in ihrem Buch „Island Home“ über ihre eigenen Erfahrungen auf Remire und Astove beschreibt. Aber die Plackerei musste sein, denn es gab eine weltweit boomende Nachfrage nach Produkten aus Kopra, dem getrockneten Inneren der Nüsse. Das wurde dann getrocknet und kam dann zur Weiterverarbeitung (z.B. für Speisefette, Brennstoffe, Kosmetikprodukte), die z.B. wie auf La Digue mit einem Ochsen betrieben wurde.

So gebändigt und gezähmt war nicht nur der Ochse, sondern auch die Nuss und ihre Palme und sie war für viele Jahrzehnte eine getreue Gefährtin, die den Insulanern ein gesichertes Ein- und Auskommen garantierte.

Am schönsten aber ist die wild wachsende Schwester – sie reckt und streckt sich grauholzig dem Sonnenlicht entgegen und erfreut die Touristen am Strand mit foto­genen Stammwuchsformationen. Bis zu dreißig, vierzig Meter werden die Kokospalmen hoch und bilden mit ihren tiefgrünen Blatthorsten malerische Wäl­der, wie z.B. im äußersten Südosten Mahés zwi­schen der Anse Forbans und Pointe Capucins.

Genauso anmutig sind auch die alten, aufgelassenen und mittlerweile mehr oder weniger verwilderten Kokos­nuss­plan­tagen, die in früheren Zeiten der ganze Reich­tum der Seychellen waren. Längst werden die Plantagen aber nicht mehr bestellt. Der Weltmarkt für Kopra ist seit mehr als einer Generation zusam­men­gebrochen. Das weiße Gold der Inseln befin­det sich aber noch immer im Innern der Nüsse.

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Eine Bitte, die von Herzen kommt!

Bitte nicht auf die Palmen klettern. Sie haben zwar ein sehr cleveres und ausgeklügeltes Wurzelsystem, das aber auch sehr fragile ist, insbesondere im Sand. – Wenn sich eine Palme dermaßen durchbiegt, liegt es vor allem daran,  das sie oftmals an einer Vegetationsgrenze wächtst, normalerweise beginnt hinter ihnen das Dunkel aus Dickicht,Wald, Besiedelung, Granitfelsen – all das bietet ihr zu wenig Licht. Sie muss aber dringend Sonnenlicht und reckt sich weiter ins Helle. Es ist aber ein wahrer „Kraftakt“ für sie, sich festzuhalten.

So klammern sich Kokospalmen mit ihren Wurzeln in den sehr lockeren, losen Strandsand, der durch die Brandung oder heftigen Tropenregen kräftig durchgespült wird. Erosion ist die Folge. Als Folge davon werden die Wurzeln mehr und mehr freigelegt. Irgendwann verliert die Palme den festen, sicheren Halt und neigt ihr Haupt zwangsweise weiter nach unten.

Wer noch lange solch wundervoll gebogene Palmen als den Inbegriff der Seychellen bewundern möchte, gehe bitte mit Respekt mit ihr um. An der Anse Source d’Argent (La Digue) hatten wir früher viele solcher Prachtexemplare – sind jetzt alle abgestorben. Im Zweifel geben ihr Wasserknappheit und „makabe“ (Palmkäfer, der sich von innen heraus durch das Herz frisst) den Rest…

Eigentlich war es nichts anderes als Fernweh und die Suche nach dem perfekten Inselidyll, was Heike Mallad auf die Seychellen brachte: 1998 verbrachte sie zum ersten Mal eine Woche auf den Trauminseln im Indischen Ozean.

(Wie) Sand am Meer

20. April 2018

Seychellen – welch ein Wort, welch ein Sehnsuchtsort!

Der Archipel gilt seit jeher als das Paradies – kein Wunder bei all den Wundern der Tropen, ganz gleich, ob es sich um türkisblaues Meer, Äquatorwärme, kreolische Heiterkeit oder um seltene Schildkröten und Tropenvögel handelt. Das größte Highlight der Inseln im Indischen Ozean: Sie sind tatsächlich hell und voller Licht! Von unglaublicher Schönheit zeugen die schneeweißen Strände, über ihnen sanft schwingende, anmutig gebogene Kokospalmen.

Woher kommt dieser natürliche, übernatürliche Natur-Schatz und -Reichtum, der einst den Inseln den Namen „îles d’abondance“ – Inseln des Überflusses – einbrachte?

Wenn man sich nur für die Puderzucker-Strände interessierte, wäre das ein Fehler, denn zum Sand einerseits gehört der Fels andererseits. Genau diese beiden Gesichter haben die Seychellen geprägt und finden sich in den ca. 115 Inseln wieder: die Granit-Inseln (Inner Islands), zu denen die bergige Hauptinsel Mahé mit ihren kleineren Verwandten Praslin, La Digue zählen (außerdem Silhouette, North nebst weiteren Nachbarn), und die Koralleninseln, die sandiges Glück versprechen – sowohl im Norden (Denis und Bird Island), als auch im Süden. Hier liegen die sogenannten Outer Islands, die auf einer Meeresfläche von über 400.000 km² verteilt sind. Die Amiranten weit im Süden mit Desroches und zusätzlich noch die Alphonse-Gruppe…

Oder die südlichen Koralleninseln im engeren Sinne, nämlich Platte und Coetivy, wo einst die seychellische Regierung eine beachtliche, renommierte Zuchtfarm für Meeresfrüchte unterhalten hatte. Die Zeiten sind leider vorbei, die „kanmaron“, wie die „prawns“, Garnelen und Shrimps auf Kreol heißen, gibt es zwar weiterhin auf den Seychellen, werden aber mittlerweile aus internationalen Gewässern gefischt.

Doch zurück zu den Sandstränden: Es heißt noch lange nicht, dass nur Koralleninseln auch Sandstrände haben, ganz im Gegenteil! Jede der Granitinseln verfügt über wundervolle Refugien aus feinstem pulverisierten „Korallenstaub“ – von sattem Ockergelb bis hin zu gleißendem Schneeweiß. Es lohnt sich, einen genaueren Blick zu riskieren: Feinster Sand findet sich z.B. auf Mahé in den Buchten von Port Launay und in der Petite Anse, beide (leider) mit großen Hotels in Beschlag genommen – Constance Éphelia in Port Launay, Four Seasons in der Petite Anse. Dennoch – wer sich nicht an den Hotelanlagen stört, läuft wie auf Mehl ins türkisfarbene Wasser. Ganz anders der Sand weiter im äußersten Südwesten. Ein spektakuläres, strahlendes  Küstenband ziert die Anse Intendance, farblich kaum zu toppen, denn je nach Sonnenstand variiert die Farbe des Sandes  – wilder, rauer, rustikaler unter den Füßen – zwischen Karamell und Platin.

Und dann gibt es noch fast vergessene Strände, die mit ihrem Charme ohne großes Tamtam locken aber mit unsagbar schönen Sandlandschaften verzaubern, wie z.B. die Anse la Mouche, bei Neumond-Ebbe vergleichbar mit den Bildern, die sich an der deutschen Nordsee beim Wattwandern ergeben.

Die nördliche Anse La Mouche… wie die Nordsee…

Am Ende des Tages ein Sonnenuntergang an der Anse Louis, wo sich mächtige Brecher ohne schützendes Riff auf das purpurne Ufer stürzen, wo die nimmermüde Brandung wie eine Waschküche den Sand durchspült…

Dann weg von Mahé, natürlich Praslin mit dem Goldstaub an der Côte d’Or (wörtlich: Goldküste) und La Digue mit dem Silberflimmern an der Anse Source d’Argent. Ihre Strände können gar nicht anders scheinen als der mystische Name der Bucht: Silberquelle.

Anse Source d’Argent: Quelle reinsten Silbers

Weiter draußen im Indischen Ozean dann Alphonse, beinahe unerreichbar, nicht nur, was die Entfernung von der Hauptinsel anbelangt, sondern auch hinsichtlich der Preise für einen Inselaufenthalt. Seitdem das ehemalige Hotel in ein luxuriöses (Angler)Resort umgewandelt wurde, investiert man locker den Kaufpreis für einen Kleinwagen in einen Alphonse-Urlaub mit Vollpension, 7 Tage – so nämlich die Mindestverweildauer.

Doch wer einmal die Strände besucht hat, träumt für immer davon – Mindestverweildauer: ein ganzes Leben!

„Wie viel Sand in dem Meer,
Wie viel Sterne oben her, (…)
so viel Lebendig weit und breit
wünsch ich dir eine gute Zeit“

(aus: Achim von Arnim, III. Band „Des Knaben Wunderhorn“)

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ACHTUNG:
Bitte weder Muscheln noch Korallenstückchen an den Stränden als Souvenir für daheim sammeln. Auch das Eintüten von Sand ist tabu! – Der Zoll reagiert bei der Rück-/Einreise nach Deutschland gereizt und wird im Zweifel je nach Interpretation des Artenschutzabkommens empfindliche Strafen verhängen.

 Hinterlasst nur eure Fußabdrücke (natürlich barfuß), euer Lächeln – nehmt die Erinnerung mit und macht Bilder, nicht nur mit der Kamera, sondern vor allem mit dem Herzen!

Eigentlich war es nichts anderes als Fernweh und die Suche nach dem perfekten Inselidyll, was Heike Mallad auf die Seychellen brachte: 1998 verbrachte sie zum ersten Mal eine Woche auf den Trauminseln im Indischen Ozean.

Was tun mit „tuna“? Hochzeit einer Fischdose mit frischer Avocado

13. März 2018

Kaum einer Konserve schenkte ich vor meiner Zeit auf den Seychellen so wenig Beachtung wie einer Thun­fisch-Dose. In der Studentenzeit bot mir ihr In­halt eine vergleichsweise preiswerte und nahrhafte Speise und war zudem noch lange haltbar. Das war im deutschen Binnenland. Doch auch hier im Indischen Ozean ist der Thun­fisch in Dosen zu finden. Größe und Verpackung sind ähnlich, aber der Geschmack ungleich besser, die Fischhappen ungleich saftiger, ungleich zarter. So ist es auch völlig klar, dass dieses Produkt bei mir immer einen Platz in meinem seychellischen Kü­chen­schrank hat.  – Dosen-Thunfisch geht immer; über den Salat, pur auf ein geröstetes Brot, zu Eierspeisen, auf der Pizza und in der Tomatensauce als Pasta-Topping. Doch die leckerste Liaison geht der Thunfisch mit der Avocado ein. Inspiriert wurde ich von meinen Nachbarsfreunden Steven und Patsy, die einen riesigen Avocado-Baum haben, von dem ich profitiere! Und jetzt – genau JETZT (Februar bis April) haben meine Lieblinge Hochsaison!

Deswegen hier mein Rezept:

1 Avocado

1 Limette

1 Dose Thunfisch in Öl

1 EL gehackter Schnittlauch

1 EL kleingeschnittenes Basilikum – vorzugsweise seychellisches tokmarya oder Thai-Basilikum

1 hartgekochtes Ei, zerkleinert

1 Stück Salatgurke, in feine Würfelchen geschnitten

Salz, frischgemahlener schwarzer Pfeffer, frischer Chili bzw. konfi piman oder etwas Sweet&Sour-Chili-Sauce, Harissa-Paste oder Tabasco

Avocado halbieren, schälen und in dünne Scheiben schneiden. Sofort mit Limettensaft beträufeln, damit sie nicht braun werden. Eine Dose Thunfisch in Öl (Alternative: im eigenen Saft, und dann etwas zusätzliches Öl dazugeben) kleinpflücken und mit kleingehacktem Schnittlauch, tokmarya (Insel-Basilikum) frischem Chili und Salz vermischen. Ich hatte auch noch Reste einer Salatgurke und ein halbes hartgekochtes Ei – kleinschnippeln und drunter mischen, dann alles abschmecken mit Salz. – Avocadoscheiben wie ein Carpaccio anrichten, darauf die Thunfisch-Masse verteilen und nun kommts: GAAAAANZ viel frischgemahlener schwarzer Pfeffer. Meiner war aus dem Jardin du Roi. Zum Trinken gab’s dazu eine südafrikanische Cuvée aus Sauvignon Blanc und Chenin Blanc.

Noch ein paar kleine Tricks zum Thema Avocado:

1) Wer Avocados frisch vom Baum bekommt, findet oftmals oben an der Frucht einen kleinen Stielansatz. Solange – auch nach der Ernte – dieser Bürzel an der Frucht bleibt, verharrt die Avokado in eher unreifem Zustand. Erst wenn der Bürzel entfernt wird, bekommt die Avocado das Kommando: „Bitte reif werden“. Dann dauert es i.d.R. ca. 3 Tage, bis sie genauso ist, wie wir sie haben wollen.

2) Sollte die Avocado immer noch hart sein und eine schnellere Reife gewünscht werden, dann entweder in eine dunkle Schrankecke geben oder aber in ein Handtuch einwickeln. Keinesfalls in die Sonne legen, das schadet der Frucht. Und auch nicht in Zeitung einwickeln, die nämlich einen gewissen muffigen Geruch – insbes. bei hoher Luftfeuchtigkeit entwickeln.

2) Es gibt einen einfachen Trick, mit dem ich auf Nummer Sicher gehen kann, dass ich eine wirklich butterzarte Avocado vernasche. Dabei reicht längst nicht nur der Daumendruck auf der Schale aus. Vielmehr muss man die Avocado  Erst wenn der dicke Kern in ihr ganz hohl und locker klappert, heißt es, dass die Avocado den richtigen Reifegrad erreicht hat. .

Eigentlich war es nichts anderes als Fernweh und die Suche nach dem perfekten Inselidyll, was Heike Mallad auf die Seychellen brachte: 1998 verbrachte sie zum ersten Mal eine Woche auf den Trauminseln im Indischen Ozean.

Erinnerungen – nicht nur im Herzen! Ein Dutzend Souvenirs von den Seychellen

11. Februar 2018

Eins gleich vorweg: Wer meint, die schönsten Souvenirs der Seychellen sind Sand, Korallenstücke und Muscheln, dem sei gesagt: Finger weg! Der deutsche Zoll, selbst wenn er augenscheinlich am Sonntagmorgen nach Ankunft der üblichen Condor-Maschine „schläft“ bzw. keine Präsenz zeigt, kennt kein Pardon mit der ersten Gattung der Urlauber, die meint, mit „Mitbringsel“ vom Lieblingsstrand ihre Windlichter befüllen zu müssen. Artenschutz geht vor und Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Kürzlich erst habe ich erleben müssen, wie ein offenbar schlecht informiertes Seniorenpaar richtig Ärger bekam, weil es einige – zugegebenermaßen ziemlich mickerige, nichtssagende – Korallenästchen im Koffer hatte. Die wurden konfisziert und im selben Moment eine Geldstrafe verhängt. Das braucht kein Mensch!

Bei der zweiten Gattung von Urlaubern, die vor allem „geile Bilder“ machen wollen, frage ich mich, ob sie nur der Fotos wegen auf die Seychellen gekommen sind und die wahre Schönheit, den Charme und den eigentlichen, eigenen Charakter der Inseln gar nicht richtig begreifen. Für sie gibt es keine – Verzeihung: kaum! – Hoffnung, was Erfahren und Bewahren des seychellischen Inselglücks bedeutet.

Die dritte Gattung von Urlaubern ist mir sympathisch. Sie brauchen keine Nippes-Andenken, keine Status-Souvenirs, sondern sie sind auf der Suche nach einem kleine Stück Inselglück, das sie mit nach Hause nehmen können und das sie an schöne Stunden, Tage, Wochen auf dem Archipel erinnert. Mehr nicht, weniger aber auch nicht. Für sie habe ich meine zugegebenermaßen sehr subjektive Liste an Souvenirs zusammengestellt, und ich versichere: Selbst ich habe etliche davon in meinem deutschen Basislager drapiert bzw. in Verwendung, um mir auch nach der Rückkehr von den Seychellen ein Stück vom heiteren Tropenalltag zu bewahren.

1) Coco de Mer

Die sagenumwobene Meereskokosnuss ist zweifelsfrei das exquisiteste Mitbringsel, und das teuerste zugleich. Und ja, eigentlich widerspreche ich mir hier selbst, denn sie war (und ist es vielleicht noch immer) ein echtes Statussymbol.

Zunächst ging die Entdeckung der Coco de Mer auf das Konto der Araber. Sie aber sollen angeblich den Fundort geheim gehalten haben; so hielt sich hartnäckig der Mythos um die Nuss und ließ die Preise in unerschwingliche Höhen steigen. Die französischen Siedler, die sich ab dem 18. Jahrhundert auf den Seychellen niederließen, waren es schließlich, die allen Gerüchten ein Ende berei­teten. Sie entdeckten schließlich ganze Wälder der Coco de Mer auf Praslin, auch einige ver­einzelte Exemplare auf der vorgelagerten Insel Courieuse. Leider haben wir es ihnen aber auch zu verdanken, dass sie diese Palmenart fast völlig ausrotteten. Ein schwunghafter Handel mit den Nüssen, für die die Herrscher in der damaligen Zeit ein Vermögen aus­gaben, setzte ein, und so war die natürliche Fort­pflanzung gefährdet. Heute stehen die ca. 4.000 Exemplare unter strengem Natur­schutz. Nur bis zu 3.000 Nüsse dürfen jährlich ge­erntet werden, so sieht es das staatliche Reglement für das Vallée de Mai vor, welches das Prädikat „UNESCO-Welt­erbe“ tragen darf. Der Verkauf der Nüsse wird streng über­wacht. Sie müssen einzeln registriert werden, darüber hinaus einen offiziellen Stempel mit Prüfnummer tragen. Auf diese Weise können auch Artenschutz-Schmuggler überführt werden.

Die Nüsse, die bis zu einem halben Zentner schwer werden, lassen sich natürlich nicht so ein­fach transportieren, schon gar nicht im Rei­se­gepäck eines Seychellen-Urlaubers. Als Souvenir wer­den sie geschickt präpariert, indem sie aufge­sägt, ausgehöhlt, um ihren Inhalt erleichtert und dann wieder zusammengeklebt werden. Ent­weder lackiert man sie anschließend oder sie bleibt ganz natürlich – die schönste Variante. Kleine Riefen und Runzeln, Fasern und Flaum verleihen ihr einen ganz eigenen Charakter, vor allem da, wo sich die Scham vermuten lässt…

Der Preis für dieses exotisch-erotische Souvenir pendelt je nach Größe und Form zwischen 200 und 300 Euro. Hübsche Exemplare bekommt man natürlich vor Ort im Vallée de Mai, aber auch im Botanischen Garten in Mahé, in größeren gut sortierten Boutiquen, manchmal sogar auf der Post in Anse Royale. Wichtig: Beim Kauf darauf achten, dass auf der Nuss ein grünes Zertifikatszettelchen mit Registriernummer klebt und neben einer Zahlquittung auch noch eine Art offizielle Ausfuhrerlaubnis (permit) ausgehändigt wird.

2) Seybrew

Die hübschen kleinen Bierflaschen, deren Inhalt auch noch verdammt gut schmeckt, sind eine tolle Überraschung für Daheimgebliebene, die sich gern mit Bier beschäftigen. Das Bier, das mittlerweile eine internationale Fangemeine hat, ist ein recht einfaches und günstig zu beschaffendes Mitbringsel, auch wenn es vergleichsweise teuer ist. Ca. 1,50 Euro umgerechnet muss man für das Mini-Fläschchen mit 0,28 ml hinlegen.

Aber das authentische Etikett und der tropische Kronkorken lassen sich sogar zu weiteren Erinnerungsstücken umarbeiten. Aus dem Label könnte man ein Buchzeichen basteln (natürlich nur für diejenigen, die wie ich noch „old fashioned“ gedruckte Lektüre bevorzugen), und der Kronkorken lässt sich durchbohren und als kleiner Anhänger für eine Bettelarmband umarbeiten.

3) Thunfisch in Dosen

Auf den Seychellen steht- so ist es immer wieder zu hören –  die weltgrößte Thunfischfabrik, die IOT. Natürlich geht nichts über frischen Thunfisch. Aber selbst der, der auch in einer Dose landet, ist herrlich. Ich finde, allein die Verpackung ist es schon wert, solch eine Konserve mit nach Deutschland zu nehmen. Und kann es sein? Der Geschmack ist ungleich besser, die Fischhappen sind ungleich saftiger, ungleich zarter. So ist es auch völlig klar, dass dieses Produkt bei mir immer einen Platz in meinem seychellischen und im deutschen Kü­chen­schrank hat. Nichts ist besser zum Apéritif als ein Dip aus reifer Avocado mit Thunfisch vermischt und schwarzem Pfeffer abgeschmeckt. Und jedem, der ein Picknick – egal ob bei einer Fahrradtour in Deutschland oder an einem seychellischen Strand plant, kann ich empfehlen, eine Dose Thunfisch und ein paar Crackers einzuplanen – ein einfacher, ein herrlicher Genuss! Wer es lieber heiß und dazu noch eine Nummer schär­fer liebt, der dünste sich in einem Topf Zwie­beln, Knoblauch und Ingwer an, lösche mit etwas Wein ab, gebe eine Dose geschälter Tomaten und je nach Magenempfindlichkeit die ent­sprechende Menge Chili hinzu. In diese lasos kreol – also in diese typische kreolische Soße ein­fach eine Dose Thunfisch hinein­rühren und dann das Ganze im Reisrand servieren. Dieses per­fekte Abendessen lässt sich auch in Deutschland die schönsten Urlaubsmomente zurückzaubern.

4) Besen

Ein besonders originelles und kostengünstiges Mitbringsel sind … ähäm, man glaubt es kaum…Besen! Es gibt zwei besonders hübsche Tropen-Modelle, zum einen den sanft schwingenden balye fatak aus robusten, doch gleichzeitig zarten Grashalmen des schilfähnlichen fatak-Grases gebunden, zum zweiten der extrem widerborstige Kratzbesen balye zig aus den widerstandsfähigen Mittelblattrippen von Palmblättern. Während erster hauptsächlich zum schonenden, aber effizienten Fegen von Parket und Fliesenböden geeignet ist, findet der zweite seinen professionellen Einsatz auf Terrasse, Straße und Hofeinfahrt. Der erste hat einen strohähnlichen Stiel, mit Plastikbast umwickelt, der zweite besticht durch einen Griff, der in der Regel eine alte, aufgeschnittene Cola-Büchse oder mehrere Ringe von kleinen Tomatenmark-Döschen bilden. Sesel sa – seychellischer geht’s nimmer. Und so wird auch in Deutschland jeder schnell zu einem „heißen Feger“!

5) Gewürze

Für mich sind Gewürze der „heißeste“ Souvenir-Tipp, vor allem die eingemachten Chili, die man als „konfi piman“ in mehr oder weniger hübschen Einmachgläsern an den Gemüseständen kaufen sollte. Sie halten sich daheim im Kühlschrank mehrere Wochen, sind aber mit Vorsicht zu genießen, da höllisch scharf. Fantastisch natürlich die Masala-Gewürzmischungen, die oft unscheinbar in unbeschrifteten Plastikbeutelchen daherkommen, genauso wie „safran“, das kein Safran, aber feinst gemahlene Gelbwurz (Kurkuma) ist. Einfach beim Inder um die Ecke oder am Marktstand nachfragen. Natürlich gibt es auch die Klassiker wie Pfeffer und Muskat, Zimt und Nelken und dann doch die seychellischen Spezialitäten wie  „karipile“ und „fey kannel“ oder „katrepis“, die eigentlich in keinem Curry-Schöpfgericht fehlen dürfen. Ein schöner Platz, um diese Spezereien zu kaufen, ist der „Jardin du Roi“ hoch oben in den Bergen von Les Canelles. Ein Stop dort lässt sich perfekt mit einem Bade-Vormittag in der Anse Royale und einem Mittagessen im kleinen Bistro des sog. „Königsgarten“  verbinden, den man auch unbedingt durchwandern sollte.

6) Brotfruchtchips

Wer von der Brotfrucht isst, kommt immer wieder! So ein seychellisches Sprichwort, das für die meisten doch tatsächlich wahr wird. Und weil diese Frucht der Inbegriff der Inselküche ist, liegt nichts näher, als sich einige Tütchen Brotfruchtchips für zuhause einzupacken. Die Knabberei ist ein mit nicht mal einem Euro ein billiges, aber originelles Vergnügen, außerdem ausschließlich hausgemacht von Familien, die sich seit Jahrzehnten schon darauf verstehen und auch die kleinen Supermärkte oder Gemüsestände beliefern. Kleiner Tipp: Unbedingt ins Handgepäck nehmen und mit etwas Küchenkrepp oder leichten Stoffen isolieren. Sie gehen im Koffer zu schnell in Bruch und gekrümelte Chips sind im wahrsten Sinne nur eine halbe Sache.

7) Schmuck aus einheimischer Produktion

Ein Frauenthema schlechthin! Und ein schönes obendrein, denn es gibt mittlerweile eine reiche Auswahl an wirklich hochwertigem Inselschmuck, z.B. von CreolDor. Der einst von einem Italiener gegründeten Manufaktur gelingt es geschickt, traditionelle Materialien wie Raffia-Nüsse oder Edelhölzern mit hochwertigen Zutaten (Gold, Perlmutt) zu kombinieren. Nicht ganz billig, aber in jedem Fall ein exklusiver Eyecatcher, den es nur auf den Seychellen zu kaufen gibt. – Wer es etwas billiger mag, hält Ausschau nach ausgefallenem Kunsthandwerk wie z.B. Ketten und Armbänder aus lagati – den roten Samenperlen des Sandelholz-Baumes, auch lucky beans (Glücksbohnen) genannt. Ganz orginell sind aber auch Schmuckstücke, Täschchen oder Gürtel aus Teilen der Kokospalme

8) Beauty-Produkte von der Insel

Noch ein Frauenthema! Es gibt mittlerweile etliche wirklich gut gemachte Pflegeserien und Parfüms, die hier auf den Inseln hergestellt werden, allen voran die Düfte aus der traditionsreichen von Kreol Fleurage, in den 1970er Jahren vom Hamburger Pit Hügelmann gegründet. Er und seine Nachfolger haben es verstanden, tropische Aromen wie Frangipani, Zimt und Sandelholz einzufangen. In gut sortierten Souvenirläden wie Pineapple Studio und am Flughafen im Duty Free erhältlich. Hier (und übrigens auch im passenden Online-Shop) gibt es auch die ökologisch konzipierten Produkte von Yi-King, die von der Belgierin Coralie hoch oben in den Bergen von Sans Souci in der Copolia Lodge entwickelt wurden. Die Basis der Produkte sind feine ätherische Öle wie Citronelle-Gras bilden. Mein persönlicher Favorit: ein exkusives Body-Peeling (Scrub)!

9) Solei Tomato Sauce

Unglaublich, aber wahr: Es gibt mittlerweile eine beachtliche und stetig wachsende Fan-Gemeinde, die flaschenweise Solei Tomato Sauce mit nach Hause nimmt. Ja – es ist eines der urtypischsten Produkte der Inseln, Geschmack und Etikett seit Jahrzehnten unverändert. Und NEIN – es ist kein simples Ketchup, es ist Kult!

Bleiben wir beim Originalbegriff „Tomatensauce“, denn genau das ist es! Sie dient als Anreicherung für viele kreolische Gerichte, z.B. die klassische lasos kreol, oder für einen Chili-Dip, der zu bennyenn brenzel, den gebackenen Auberginen gereicht wird. Er würzt die zugegebenermaßen selteneren Stews (Fleischeintöpfe), ist ein Muss zu poul griye (Grillhuhn) und geht klasse zum morgendlichen Rührei mit baked beans. Und wenn es denn unbedingt sein muss, dann auch zur Pasta und Pommes daheim in Deutschland.

10) Produkte von Pineapple Studio

Wenn wir in die Anse Aux Poules Bleues ins Pineapple-Studio fahren, bekomme ich glasige Augen und mein Mister Fred eine beängstigende Schnappatmung, denn hier gerät jeder gern in Kaufrausch und die Kreditkarte erhält Schmauchspuren. Besonders bestechen die dort selbstgenähten Pareos und eine üppige Auswahl an T-Shirts, in hervorragender Qualität und witzigen Designs – weder Nullachtfuffzehn noch billige Touristen-Kitsch-Motive! Außerdem gibt es wunderschöne handgefertigte Holzaccessoires, die entweder naturbelassen oder in exotischen Farben lackiert wurden. – Ausführlichere Infos hier auf meinem Blog unter dem Beitrag „Schöner Shoppen“

11) Trödel von Toto

Wer sich in Deutschland für Flohmärkte interessiert, wer gern durch Antiquitätenläden stöbert, wem das Herz in Gebrauchtwarenmärkten aufgeht, kurz: wer auf der Suche nach alten Einzelstücken ist, die eine Geschichte zu erzählen haben, dann nichts wie hin nach Baie Lazare zu Toto! Sein Laden, den er anspruchs- und liebevoll „Museum & Art Gallery“ nennt, liegt unmittelbar an der Kreuzung zur Anse Soleil, gegenüber dem „Frangipani“-Bistro und der Einfahrt zur Polizei. – Toto ist einfach ein Original und sein Laden der originellste, den ich auf Mahé kenne. Von selbstgebastelten Waagen aus Kokosnusschalen über die traditionellen kapatya-Körben aus Palmwedel geflochten, von schlichten, aber sinnlichen Schnitzereien bis hin zu Gemälden der besonderen Art (Sonnenauf- und –untergänge wird man kaum finden), ist alles zu haben. Handeln ist möglich, Toto ist großzügig und verpackt auch obendrein die Mitbringsel landestypisch in Kokosbast. – Und wer gar nichts findet, der hat die Gelegenheit, auf Totos altem Plattenspieler Oldies von Elvis zu hören, das alte Klavier aus dem ehemaligen „Plantation Club“ zu bestaunen…

… oder sich draußen auf einem höchst (un)bequemen Sessel aus metallenen, zusammengeschweißten Militärkanistern niederzulassen. – Ausführlichere Infos hier auf meinem Blog unter dem Beitrag „Trödel und Tratsch“

12) Takamaka-Rum

Das Beste zum Schluss – der Takamaka-Rum! Und: Die beste Möglichkeit, seinen Abschiedsschmerz von den Seychellen zu ersäufen und sich das schlechte Wetter in Deutschland schön zu trinken. Viele verschiedene Variationen gibt es bereits, der Klassiker ist der „Einfache Braune“, der die warmen Aromen von Zimt, Nelke und Vanille und sonnengeschwängerte Hölzer vermählt. Mein Rat: Bloß nicht „on the rocks“ servieren, denn die Eiswürfel würden dieses einzigartige Parfüm zerstören. Wer will, probiert sich in der Destillerie in Au Cap erst einmal durch das gesamte Sortiment durch, Francis Mondon, der auch gut Deutsch spricht, hilft gern weiter. Vor Ort beste Kaufmöglichkeiten, aber auch an jedem gut sortierten Indershop erhältlich – und erst recht vor der Heimreise im Duty-Free-Shop des Flughafens.

 

 

Eigentlich war es nichts anderes als Fernweh und die Suche nach dem perfekten Inselidyll, was Heike Mallad auf die Seychellen brachte: 1998 verbrachte sie zum ersten Mal eine Woche auf den Trauminseln im Indischen Ozean.

Immer wieder sonntags – 5 kuriose Dinge, an denen man erkennt, dass es auf den Seychellen Sonntag wird/ist/war

4. Februar 2018

1) Die Nacht von Samstag auf Sonntag ist (zu) laut.
Es nähert sich kein Sonntag ohne ausschweifende Parties in der Nacht. Und zwar in der ganzen Nacht, die erst mit der Morgendämmerung endet. Eigentlich, ja eigentlich gibt es ein Gesetz gegen noise pollution, das die nächtliche Ruhestörung eindämmen soll. Aber die Seychellois wären ja nicht die Seychellois, wenn sie nicht längst einen Weg gefunden hätten, dieses Gesetz einfach auszuhebeln. Die Sache ist ganz einfach: Wer länger laute Musik machen will (allein schon „länger“ ist ein dehnbarer Begriff, setzen wir hierfür mal länger als 23.00 Uhr an), braucht eine Genehmigung. Die kriegt er in der Regel auch bei der zuständigen Polizeiwache, z.B. bis um 1.30 Uhr. Doch warum aufhören, wenn es am schönsten ist? Dann „kauft“ man sich eben eine Verlängerung für die Verlängerung. Und schwuppdiwupp sind die alten Sitten wieder da – Musik bis morgens um halb sechs.

2) Es riecht morgens um halb sechs nicht nach gebackenen Bohnen und Eiern mit Speck.
Ein untrügliches Zeichen, an dem man erkennt, dass es unter der Woche ist, sind verlockende Essensdüfte zu nachtschlafender Zeit. Da der Alltag auf den Inseln in der Regel sehr früh beginnt, nämlich dann wenn es noch schön kühl ist, wird auch entsprechend früh gefrühstückt. Und das bitte schön deftig: Da gibt vor allem alle Arten von Eierspeisen, voran ein klassisches Omelette, dann das (Spiegel)Ei sunny side up, gern begleitet von baked beans.

Und dazu ein paar Scheiben Toast, die gern auch mal deftig verbrannten Gestank verbreiten, weil der Thermostat vom Toaster hin ist. – All diese Wohlgerüche bleiben am Sonntag aus, denn man schläft ja wegen der  unter Punkt 1 genannten Gründen länger.

3) Um 6.30 kreischen heftig die Motorsägen.
Auch wenn der Rausch der vergangenen Nacht noch nicht im Ansatz richtig ausgeschlafen ist, es gibt eine kurze Unterbrechung der Bettruhe. Jeden Sonntag – wohlgemerkt: JEDEN Sonntag!!! – wird an irgendeiner Ecke der Insel mal eben kurz nach Tagesanbruch die Motorsäge angeworfen, um irgendeinen unliebsamen Baum zu fällen. Das könnte man zwar auch unter der Woche machen, aber dann würde man ja für größere Rodungsaktionen eine Genehmigung benötigen, und die dauert, die kostet, die wird nicht bewilligt. Am Sonntag morgen schlafen aber nicht nur die Nachbarn, die einen anzeigen könnten, sehr tief (siehe Punkt 1), sondern auch die Behörden. Nach der Devise: „Wo kein Kläger, da kein Richter“, wird in Windeseile Hand angelegt, die Motorsäge brüllt nur ganz kurz, für wenige Minuten, dann sind Fakten geschaffen und dann heißt es weiterschlafen. Niemand war’s gewesen, niemand hat was gesehen…

4) Inder mit langärmeligen Hemden machen Männerspaziergänge
Wer als Tourist auf den Seychellen unterwegs ist, merkt sehr schnell an den zahlreichen Strandgelagen der Einheimischen nebst ihrer musikalischen Dauerbeschallung, dass heute Sonntag ist.

Doch auch abseits der Sand-Strand-Clubs bzw. High-Tech-Musikanlagen  gibt es eine skurrile Besonderheit, die zeigt: Heute ist der Tag zum Ausruhen, zum Nichtstun, zum Spazierengehen. Meist sind es Gruppen von vier bis acht Inder, immer sind es Männer, und immer flanieren sie in langen, dunklen Hosen und langärmeligen Hemden. Sie zeigen sich und der übrigen Umwelt: Heute ruht die Arbeit, heute ziehen wir nicht unseren Blaumann an, sondern die Sonntagsklamotten. Schließlich heißen sie ja auch so, oder?  Dann geht es entlang der Straße, vielleicht einen Berg hinauf, vielleicht runter ans Wasser, aber alles in gemächlichem Schritt. Schließlich ist Sonntag, und Schlendern ist Luxus.

5) Am Montag erscheinen viele nicht zur Arbeit.
Irgendwann im Laufe des späten Vormittags wacht die restliche Insel auf. Man hatte ja kein Frühstück (siehe Punkt 2) und braucht spätestens jetzt ein gescheites Mittagessen. Ein paar Fische finden sich noch im Kühlschrank, vorzugsweise Makrelen, die landen auf dem Grill. Und hey, da stehen ja auch noch die Lautsprecherboxen von der letzten Party (siehe Punkt 1). Also machen wir doch einfach da weiter, wo wir nach Punkt 3 aufgehört haben. Geschlafen haben wir genug, Essen geht besser mit Musik und genügend Bier und Rum ist auch noch da. „Kil pake! Nou oule danse! Räum das Geraffel weg! Wir wollen tanzen!“

Es ist wie auf dem alten, längst verblassten Bild in meiner Kücher: Ein Schwoof am Nachmittag, der bis in den Abend ausgedehnt wird, und natürlich noch einen Drink, und noch einen, und noch einen… Jetzt aber husch husch ins Bett. Und da bleiben wir dann auch am nächsten Morgen einfach liegen, egal ob Montag ist, egal ob der Boss wartet, egal ob es Lohn gibt oder nicht… Fragt man dann am Dienstag oder Mittwoch mal nach: „Sag, wie war Dein Sonntag?“ – dann kommt regelmäßig die Antwort: „Quiet“. Na denn, bis zur nächsten Samstagnacht!

Eigentlich war es nichts anderes als Fernweh und die Suche nach dem perfekten Inselidyll, was Heike Mallad auf die Seychellen brachte: 1998 verbrachte sie zum ersten Mal eine Woche auf den Trauminseln im Indischen Ozean.

Auf keinen Fall: 10 „Don’ts“ auf den Seychellen!

1. Februar 2018

So schön die Seychellen auch sein mögen, aber auch das Paradies hat seine Schattenseiten.

Doch wem es gelingt, die wichtigsten Fehltritte zu vermeiden, der hat ungetrübten Sonnenschein, selbst in der heftigsten Regenzeit.

1) Kein Obst, kein Gemüse im Koffer transportieren!

Es ist streng verboten, Waren mit pflanzlichem und tierischem Ursprung ohne Importgenehmigung auf die Inseln zu bringen. Auch ein angebissenes Brot oder ein Apfel im Handgepäck sind tabu. Wer dennoch nicht hören will oder meint, es seien doch nur Kleinigkeiten, muss mit empfindlichen Geldstrafen rechnen. – Das Gepäck wird nach dem Empfang vom Gepäckband nochmals durchleuchtet, deswegen gar nicht erst versuchen, etwas „zu schmuggeln“. Kein Problem machen hingegen eingeschweißte Waren wie Wurst und Käse; aber wie gesagt: sie müssen professionell vakuumiert sein. Völlig tabu sind z.B. Saatgut, Samen oder lose Pflanzen, auch wenn kürzlich jemand behauptet, ohne Schwierigkeiten einen kompletten Christbaum auf die Insel gebracht zu haben. Hoffen wir, dass eine ordentliche Zollerklärung und vorher erteilte Genehmigung die Tanne begleiteten…

2) Nicht direkt unter Kokosnusspalmen aufhalten!

Endlich am Strand! Doch die Sonne brennt, also ab in den Schatten. Blöd nur, dass der meist genau unter Kokosnusspalmen am verlockendsten ist! Doch die Nüsse über Dir, die Du im Zweifel gar nicht wahrgenommen hast, fallen wann sie wollen und können empfindliche Verletzungen verursachen. Das Programm reicht von massiven offenen Wunden bis hin zu mittelschweren Gehirnerschütterungen. – Also aufgepasst: Schatten ja, direkt unter Nüssen nein! Das Gleiche gilt übrigens auch für das Parken des (Leih)Autos. Wir selbst haben am eigenen Leib – äh, an der eigenen Karosserie – erleben müssen, wie es ist, wenn man eins auf die Nuss bekommt: ein kapitaler „Dachschaden“, eine faustgroße Beule im Autodach. – Der Leihwagenvermieter wird im Zweifel dafür Schadenersatz fordern.

3) Warnschilder mit „Schwimmen verboten“ ignorieren!

Es gibt doch immer wieder unbelehrbare Mitmenschen, die die großen Schilder oder rote Fahnen an manchen Stränden einfach überlesen bzw. nicht wahrhaben wollen.

Damit ist nun wirklich nicht zu spaßen, und wer meint, sich dennoch übermütig in die schwere Brandung werfen zu können, der riskiert sein Leben – ohne Witz! Besonders heimtückisch sind die Strömungen, egal ob sie RIP (Brandungsströmung) oder Unterströmung genannt werden, letztere sind auch da, wenn keine Wellen weit und breit in Sicht sind. Dann wird der Schwimmer wie von einem unsichtbaren Magnet immer weiter aus offene Meer hinausgetragen. Ohne professionellen Rettungseinsatz keine Chance! Solche Warnungen haben vor allem in den Monaten des Südostmonsuns (Mai bis Oktober) verschärfte Bedeutung, gelten aber auch in der restlichen Zeit. Besonders riskante Strände sind auf Mahé die Anse Intendance, bisweilen auch die so harmlos aussehende Anse Forbans, aßerdem und die Grand‘ Anse auf Mahé und ebenfalls auf La Digue.

 4) Sich mit streunenden Hunden anlegen!

Dies ist leider ein ganz ernstes Thema: Viele Seychellois haben Hunde, die sie extrem streng abrichten, so dass sie im Zweifel ungebetene Gäste und Einbrecher abwehren. Es ist landesüblich, dass diese Tiere, wenn sie nicht in irgendwelchen schrecklich engen Käfigen auf dem Grundstück untergebracht sind, einfach frei herumlaufen und oftmals nur zu den „Essenszeiten“ wieder zu Haus und Hof zurückkehren. Genau hier liegt das Problem: Die Tiere sind im Zweifel nicht in der Lage zu unterscheiden, ob es sich bei einem Touristen um Freund oder Feind handelt. Übergriffe mehren sich, jüngst erst berichtete der BBC-Reporter Tim Ecott über eine massive Hundeattacke, bei der ein Bergwanderer angefallen und schwer verletzt wurde. – Freundlich schmeichelnde Worte und besänftigendes Einreden auf den Hund helfen bisweilen nicht, sondern verschlimmern die Lage. Bitte auf der Hut sein!

5) Nachts am Wochenende mit dem (Leih)Auto fahren!

Jetzt kommt ein sehr unangenehmes Thema – und ein ungewöhnliches obendrein! Wetten, dass jeder von sich behauptet, er sei sicher mit dem Auto auf allen Straßen dieser Welt unterwegs, egal ob tags oder nachts, egal ob rechts oder links! Falsch, oder besser gesagt: Fehleinschätzung! Selbst ich, die hier seit 20 Jahren lang mit dem eigenen Auto im seychellischen Linksverkehr unterwegs ist, hat seit einiger Zeit extreme Probleme. Meine Aussagen gelten vor allem für Mahé. Dort hat der Autoverkehr in den letzten zwei, drei Jahren vor allem rund um die Hautstadt und auf den Küstenstraßen so dermaßen zugenommen, dass es nicht mehr feierlich ist. Es sind mittlerweile an die 30.000 zugelassenen Fahrzeuge unterwegs. Da zählen natürlich auch Praslin und La Digue dazu, und auch hier artet der Individual-Pkw-Verkehr aus, vor allem auf La Digue, wo vor 10 Jahren noch zwei, mittlerweile aber fast 50 Autos unterwegs sind , vor allem schwere platzgreifende . – Im Klartext: Insbesondere am Wochenende und vor allem am Abend ist jeder, der was auf sich hält, unterwegs. Die Einheimischen fahren gern einfach mal so rum, zum Bier- und Rum-Einkaufen, in die Hauptstadt oder natürlich auch in irgendwelche Night Clubs wie Boardwalk (Eden Island) oder Barrel (Victoria). Man hat oft schon „vorgeglüht“, hat im Zweifel nicht nur schon Alkoholisches intus, wenn man sich auf die Fahrt begibt. Dann fährt man z.B. ohne Licht oder nur „einäugig“, parkt entgegen der Fahrtrichtung, startet waghalsige – um nicht zu sagen: lebensgefährliche –  Überholmanöver oder fährt einfach los, die Vorfahrt missachtend, nach dem Motto: Es gilt das Recht des Stärkeren. Und das ist leider immer auf Seiten der Einheimischen…

6) Nicht rechtzeitig tanken!

Das Tankstellen-Netz ist klein und überschaubar, so wie die gesamte Inselwelt, auf denen Autoverkehr möglich ist. Dennoch gilt: Irgendwann ist jeder Tank leer und dann wird es eng. Denn meist befindet man sich in diesem Moment entweder ganz im äußersten Süden oder Norden, oder wo auch sonst… und da ist… GENAU… keine Tankstelle weit und breit. Deshalb bitte rechtzeitig vorsorgen. Das gilt im übrigens auch denn, wenn man meint, auf der sicheren Seite zu sein. Hin und wieder passiert es nämlich, dass plötzlich mal so mirnix dirnix ein ganzer Tag lang Stromausfall herrscht. „Was geht mich das an?“, werden sich viele fragen. Ganz einfach: Auch jede noch so antiquiert aussehende Tankstelle/Zapfsäule funktioniert mit Elektrizität. – Faustregel: Ist der Tank (nur) noch ein Viertel voll, tanke voll!

7) Falsch parken!

Dieser Hinweis ist all denjenigen gewidmet, die auf Mahé weilen und meinen, sie müssten mal einen richtig schönen Stadtbummel machen. Es gibt nur eine einzige Stadt auf den Seychellen, und das ist Victoria – die Hauptstadt. Wer einen Leihwagen hat, macht sich in der Regel mit dem „eigenen“ Gefährt auf den Weg. Aber Achtung: Parken wird zur Herausforderung! Auf keinen Fall einfach am Straßenrand parken, wo zwei gelbe, durchgezogene Streifen ein absolutes Halteverbot markieren. Dies gilt übrigens auf sonstigen Straßen, insbesondere an den Küsten. Wer an den Strand will, möge bitte an irgendwelchen Einfahrten, Buchten oder kleineren Seitensträßchen sein Auto abstellen. Denn man glaubt es kaum: Polizei und Parküberwachungsdienst sind gnadenlos und schreiben auf. Ein Strafzettel kostet zwischen 200 und 500 Rupies. Und die Gelder werden auch tatsächlich eingetrieben. Besonders rigide sind die Politessen in der Hauptstadt. Hier empfiehlt sich nur eine einzige Lösung: Den Wagen auf einem öffentlichen Parkplatz abstellen und einen  kostenpflichtigen (aber immerhin billigen) Parkcoupon kaufen.

Den gibt es bei der Post – was natürlich ein völliger Witz ist, weil man sich ins Halteverbot stellen muss, um ihn dort zu kaufen. Ggf. beim Autoverleiher nachfragen, denn er liefert wertvolle Informationen oder auch mal einen Gratis-Coupon. – Der Königsweg: Ein besonderes Vergnügen ist es, mit den lokalen Bussen in die Stadt zu fahren. Das geht ganz einfach: Man hat 7 Rupies parat (seit 1.1.2018 Preiserhöhung von einstmals 5 Rupies um zwei weitere…) und steigt einfach in einen Bus ein, der im Display „Victoria“ anzeigt: Am besten am zentralen Busbahnhof aussteigen und nur wenige Schritte zum Markt und ins unmittelbare Stadtzentrum laufen. Es dauert zwar manchmal ein Weilchen, wenn der Bus an jeder Ecke hält, aber nicht selten kommt man mit den Sitznachbarn locker ins Gespräch und kann sein Insider-Wissen aufmotzen!

8) Zur spät zur Cat Cocos kommen!

Zugegeben – auf  den Seychellen herrscht ein gerüttelt Maß an Tropenphlegma. Oftmals geht nix, oder nicht geht immer alles, oder manchmal heißt es auch einfach nur: Maybe tomorrow! Aber es gibt eine Ausnahme: die Cat Cocos, die Fähre zwischen Mahé und Praslin. Insbesondere die erste Fähre des Tages, die um 7.30 Uhr in der Früh vom Inter Island Key ablegt, geht auf die Minute – ach was! – auf die Sekunde genau! Dies möge all denjenigen eine Warnung sein, die meinen: Ach, unter der Äquatorsonne nimmt man es nicht so genau mit den Zeitansagen. OOOOOH doch, zumindest bei der Cat Cocos! –

Wer noch keine Fahrkarte hat, sollte tunlichst zeitig am Schalter sein. Wer die erste Cat Cocos nimmt, darf ruhig ab 6.30 Uhr am kleinen vergitterten Häuschen anstehen, allerdings mit gezücktem Reisepass, denn Touristen müssen diesen wie bei einem Trip mit dem Flugzeug vorlegen; nur dann funktioniert die Buchung. Wer von außerhalb kommt und nach Victoria fährt, der möge die Rush Hour gegen 7.00 Uhr bedenken, denn dann fährt jeder – also JEDER – in die Hauptstadt und entsprechend lang sind die Staus, z.B. an der Ostküste, wo sich ab Anse Aux Pins/Pointe La Rue Stoßstange an Stoßstange reiht  oder vom Beau Vallon kommend, wo sich jeder Wagen über die Saint-Louis-Road quälen muss.

9) Respektlos den Gottesdienst besuchen!

Der sonntägliche Kirchgang ist ein Highlight im Wochengeschehen! Deswegen wird er auch angemessen zelebriert. Es ist mehr als nur der Besuch einer Messe, es ist ein sozialer Event! Es geht nicht um eine übliche Eucharistie-Feier, es ist ein Schaulaufen, ein Sehen und Gesehen-Werden. Egal, wie einfach ein Obstverkäufer unter der Woche gekleidet ist, egal in welch zerfetztem Hemd ein Fischer seinen Fang an Land bringt – in die Kirche geht nur der, der aufs Feinste gekleidet ist. Und dementsprechend sollte man sich selbst auch anziehen. Shorts, gar Hot Pants, Muskel-Shirts, Spaghetti-Träger etc. sind ein absolutes No-Go. Die älteren männlichen Einheimischen kommen gern in dunklen, langen Hosen und langärmligen Hemden nebst feinsäuberlich gebügeltem Kragen, die Frauen sind in rauschenden Röcken und eleganten Blusen unterwegs. Ein zu lockerer Touri-Dress wäre da völlig fehl am Platz. – Wer es aber weiß, sich einigermaßen ordentlich angezogen unters Volk zu mischen, der erlebt eine Stunde innigen Zusammenseins und das gemeinsame Inselleben der ganz besonderen Art.

10) Hundertprozentige Sonnen-Garantie erwarten!

Auf den Seychellen regnet es über’s Jahr gesehen mehr als in Deutschland. Also selbst in den sogenannten trockenen Phasen  (ab März bis Oktober) kann es immer wieder Niederschlag geben. Besonders heftig sind natürlich die Monate der Regenzeit: Insbesondere ab Mitte/Ende Dezember bis Mitte/Ende Februar kann es überdurchschnittlich viel schütten, gießen und runterduschen. Und das ist – entgegen anderslautenden Aussagen – auch weitaus mehr als nur eine Stunde pro Tag. Es kann dann auch mal ein, zwei Wochen am Stück extrem bewölkt und feucht sein. Wie sonst wäre übrigens die üppige Vegetation auf den Seychellen zu erklären, wenn es nicht regelmäßig ordentlich regnen würde? Es gibt allerdings zwei Phasen, in denen die Regenwahrscheinlichkeit deutlich geringer ist: das sind April/Mai und Oktober/November – also diejenigen Monatspaarungen, in denen der Wind wechselt: von Südost auf Nordwest bzw. von Nordwest auf Südost. In der sog. Trockenzeit, also in der Phase des „vannswet“ (Südostmonsun) zwischen Mitte/Ende Mai und Mitte/Ende Oktober ist es tatsächlich weniger feucht, aber das mag man oft kaum glauben – angesichts des z.T. stürmischen Winds, der tiefhängenden Wolken und des leichten Nieselns, das manchmal intensiver als der heftigste Wolkenbruch daher kommt.

Seit 20 Jahren mache ich Wetteraufzeichnungen und auch ich bemerke, dass sich hier im Archipel der Klimawandel bemerkbar macht. Ich halte mich zurück mit Empfehlungen, welche Reisezeit denn die beste ist. Was ich aber empfehle, das ist: Gelassenheit gegenüber den Kapriolen des tropischen Wetters, und wenn es dann wirklich nicht aufhören will zu regen: „Life is not about waiting for the storm to pass…it’s about learning how to dance in the rain!“

Eigentlich war es nichts anderes als Fernweh und die Suche nach dem perfekten Inselidyll, was Heike Mallad auf die Seychellen brachte: 1998 verbrachte sie zum ersten Mal eine Woche auf den Trauminseln im Indischen Ozean.

Das Glück liegt im Wasser – Warum ich Inseln so liebe

23. Oktober 2017

Das letzte Klassentreffen ist mir ganz besonders in Erinnerung geblieben: Alte Schulhefte sollten wir mit­bringen, alte Fotos sowieso. Ich hatte beides da­bei und eine zerfledderte Mischung aus Tagebuch und Poesiealbum. Darin hatte ich Stundenpläne und meine Schulkameraden sich mit mehr oder weniger klugen Sprüchen verewigt. Ganz vorne auf den ersten beiden Seiten mußte sich aber die Be­sitzerin kurz vorstellen: Körper­größe und Haar­farbe, Lieblingsfach in der Schule und Lieb­lingslehrer. Ganz zum Schluss kam eine Ru­brik, die überschrieben war mit „Fünf Dinge, die ich ganz besonders mag“: Darin hatte ich mit der runden Schrift einer 17Jährigen eingetragen: „Mit Freun­den weggehen, gute Noten in der Schule, im Gar­ten grillen, Musik von Abba, Inseln“. – Als meine ein­stige rechte Bank­nach­barin dieses Jung­mäd­chen-Geständnis beim Durch­blättern entdeckte, wurde ihr Blick nach­denklich und vielsagend: „Un­glaublich – schon da­mals wußtest Du genau, was Dir gut tut. Und heute hast Du Dir diesen Traum erfüllt“. Damit meinte sie meine zweite Heimat, die Seychellen.

Und der ehemalige Banknachbar zu mei­ner Linken knuffte mich in den Arm: „Er­innerst Du Dich noch? Du hast in meine Hefte immer irgendwelche Palmen, Boote und Strand­motive reingekritzelt, wenn es Dir im Unterricht langweilig war.“

Vielleicht habe ich mir damals noch nicht be­wußt die Frage gestellt, warum genau Inseln so fas­zi­nie­rend sind. Aber ich habe es im tiefsten Inne­ren gespürt – das Andere, das Glück, das von einer Insel ausgeht. Dabei sind meine Inselerlebnisse der kindlichen Frühzeit – vor allem im Vergleich zu den heutigen Möglichkeiten – wenig aufregend. Aber sie waren offenbar doch so einschneidend, dass sie mich bis heute prägen…

Im Bug eines Faltbootes sitzend paddelten mich mei­ne Eltern mit meinen anderthalb Jahren über den oberbayerischen Staffelsee erstmals auf eine Insel – die Buchau. Zwar sagt die Wissenschaft, man könne sich höchstens an Erlebnisse als Drei- oder Vierjährige zurück erinnern, doch der Duft des Seewasers, der sich mit dem leichten Moder aus Gummi und Segeltuchs des Faltbootes ver­mischte, habe ich heute noch in der Nase. Genauso höre ich immer noch das zarte Plätschern der Wellen, das Glucksen der Paddelschläge und dann endlich das kratzend-schabende Geräusch, als das Boot nach zwanzigminutiger Überfahrt sanft mit sei­nem Kiel ins seichte, knöcheltiefe Wasser des Kie­selufers einfuhr. Wir waren da!

Hier auf dem kleinen Inselcampingplatz sollte für einige unbeschwerte Ferienwochen unser Zelt stehen, und das regelmäßig mehrere Jahre lang, jeden Sommer.

Schnell lernte ich: Die Insel ist wie ein anderes Land. Das Wort „Mikrokosmos“ kannte ich na­tür­lich nocht nicht, aber genau das war es: eine eigene, kleine Mini-Welt, endlich in ihren Aus­maßen, be­grenzt, aber nicht beengt, sondern weit und weit­reichend. Und damit dann irgendwie doch wieder grenzenlos. Weil nämlich dieses Häufchen aus Stei­nen, Bäumen, Gras und Blumen inmitten eines Sees nur einen Quadratkilometer maß, war es schnell (vor allem für Kinderbeine) in jedem Winkel zu erkunden. Und davon gab es unzählig viele…

So klein die Landmasse namens Buchau auch war, so groß war die Vielfalt auf ihr. In der Mitte gab es einen kleinen Berg. Dort oben stand das „Lutscherhaus“. So nannten wir Kinder die kleine Hütte, in der der kautzige Platzwart Toni in seinem winzigen Geschäft die wichtigsten Lebensmittel verkaufte, die die Camper für ihren Inselalltag benötigten. Milch gab es in Tüten, frische Voll­milch nur auf der Nachbarinsel Wörth. Aber im­mer­hin brutzelte der Toni zum Wochenende Steckerl­fisch über offenem Holzfeuer. Und es gab na­tür­lich Lollies, die damals noch auf deutsch „Lutscher“ heißen durften und die dem Holz­häuschen seinen Namen gaben.

Auf der anderen Seite standen hohe Bäume, uralte Buchen, die der Insel ihren Namen gaben und die im Wind wundervoll wipserten, aber im Sturm auch bedrohlich rauschen konnten; wieder etwas dahinter eine verwunschene Wiese mit hohen Kräutern, Schafgarbe und Schirling.

Doch das Spannendste war das Ufer. Es war wie eine unsichtbare Mauer, die Eindringlinge abhielt. Diesseits waren wir in unserem eigenen friedlichen Inseluniversum, jensweits war die Alltagswelt, von der wir uns lediglich das traumhafte Panorama – den Blick auf die Alpen mit Karwendel und Ettaler Mandl – liehen. Mehr wollten wir von dieser Welt nicht. Und mehr brauchten wir auch nicht. Das Ufer war ein Zauberband aus goldenem Sand, farbigen Kieselsteien, ausgewaschenen Wurzeln, Schilfbüscheln und gelben Sumpfseerosen, die – wenn sie verblüht waren – sich in witzige grüne Schnautzen verwandelten…

Am Ufer waren wir nie allein: Es gab Hau­ben­taucher, Bleßhühner und jede Menge Enten: große Enten, kleine Enten, bunte Enten, braune Enten, Entenfrauen, Entenmänner, Entenkinder, Enten­familien, dazu Vögel und Fische, Schnecken, Würmer und Insekten. Sie wa­ren unsere Freunde, so wie das Ufer unser Freund war und unser Be­schützer. Ich er­innere mich noch ganz genau an das wohlige Ge­fühl, das jedes Mal in mir (und ge­wiß noch mehr in meinen Eltern) hochkam, wenn wir von unseren Ent­deckungstouren im Inneren der Insel an den See tollten, und das Ufer führte – egal ob man rechts oder links herum ging – uns immer „heim zum Zelt“. Es war so herrlich einfach: Während die Erwachsenen endlich Zeit für sich und ihre Campingfreunde hatten, durften wir Kinder stundenlang allein unterwegs sein und im wahrsten Sinne des Wortes spielend erwachsen werden.

Begrenzung einerseits, Vielfalt andererseits; – und dazu weit weg von der Außenwelt, das waren die „Zutaten“ für Inselzauber, dem wir Kinder erlagen. Rückblickend bin ich schnell geneigt, zu einem Superlatif zu greifen und zu sagen: Dies waren die schönsten Urlaube meines Lebens. Ich glaube schon, dass ich damit richtig liege. Wenn auch es sehr viele sehr schöne und schönste Urlaube in meinem Leben gab.

Eines ist aber gewiß: Es waren die außer­ge­wöhnlichsten Urlaube meines Lebens, die nicht nur mein künftiges Freizeit- und Ferienverhalten, son­dern mein ganzes Dasein prägen sollten…

Eigentlich war es nichts anderes als Fernweh und die Suche nach dem perfekten Inselidyll, was Heike Mallad auf die Seychellen brachte: 1998 verbrachte sie zum ersten Mal eine Woche auf den Trauminseln im Indischen Ozean.

Einkaufen ohne Kummer – bei Kumar&Kumar!

20. Oktober 2017

Als ich vor fast zwanzig Jahren das erste Mal auf die Seychellen reiste, buchte ich nichtsahnend eine Self-Catering-Unterkunft. Schließlich war ich als Camperin gewohnt, mich selbst zu bekochen und fand nichts schöner, als auf diese Art Freundschaft mit den Produkten des Landes zu schließen. Doch auf den Seychellen sollte ich in den 1990er Jahren eine harte Lektion lernen – nämlich die der damaligen, noch deutlich sozialistisch geprägten Mangelwirtschaft. In den Geschäften gab es außer Reis, Linsen und Thunfisch in Dosen fast nichts, Zwiebeln waren so schwarz, als kämen sie direkt aus dem Kohlenkeller, Knoblauch wurde bisweilen wie ein kostbarer Schatz unter dem Tresen gehandelt, Obst- und Gemüsestände – Fehlanzeige, und so war es nicht selten der Fall, dass ich für eine Tomate, einem Hühnchen oder frischen Fisch auf den Markt nach Victoria musste.

Doch komisch – trotz der stereotypen Antwort „na pa“, was so viel heißt: „Gibt’s nicht. Gibt’s heute nicht, und morgen erst recht nicht“, zauberten wir die tollsten kreolischen Menüs! Da rief ein Freund an: „Hey, ich hab eine Schachtel Garnelen erstanden“! Der nächste entdeckte beim Inder um die Ecke Kartoffeln, und wieder ein anderer Bekannter war der glückliche Käufer einer magischen blauen Schachtel, in die der gute alte Kraft-Cheddar-Käse verpackt war. Der Nachbar hatte bestimmt noch ein oder zwei Eier von seinen Hennen im Nest. Dazu: Ein paar Chilischoten direkt vom Kräutertopf auf der Terrasse, dazu Sternfrucht und Papaya hinterm Haus. Schon konnte es losgehen – und es entstand ein herrliches Gratin mit tropischen Beilagen, getoppt von Kokosnüssen frei Haus.

Heute ist das alles anders: Wer in den großen Luxushotels verkehrt, weiß – und das sage ich ganz ohne Vorwurf – sowieso nicht, von was ich spreche. Und in den heutigen kleinen Guesthäusern ist es mittlerweile kein Problem, die Leckereien des Landes selbst auf den Tisch zu bringen. Überall am Straßenrand gibt es frischestes Obst und Gemüse, Fisch sowieso – und wer da nicht zugreift, ist selbst Schuld! Aber ab und zu muss man halt auch mal andere Zutaten einkaufen, sei es nur Essig und Öl, oder Butter und Milch. Joghurt und Müsli wären auch nicht schlecht, und ein bisschen Käse und Wurst für ein herzhaftes Frühstück dürfen auch nicht fehlen. – Was vor zwanzig Jahren noch als unvorstellbares Schlaraffenland galt, ist heute Realität. Gewiss, man könnte sich jetzt die Mühe machen, diverse Inderläden nach deren Sortiment abzuklappern oder man könnte sich in den Stau nach Victoria einreihen, um im Hypermarket oder Spar einzukaufen. Braucht man alles nicht, denn hier kommt die Lösung (zumindest für Mahé).

In Fairyland an der Ostküste wartet Kumar & Kumar: Zugegeben, es ist nicht gerade sexy, über einen Supermarkt zu schreiben, aber K&K haben es sich redlich verdient! Zunächst scheint es eher normaler Laden, in einer engen Kurve gelegen – aber es ist eine Instanz, denn schon immer hatten K&K versucht, ein breiteres Warenangebot auf die Insel zu bringen als andere. Heute genieße ich die Vielfalt mehr denn je und vermisse nichts, verglichen mit Deutschland: Wer hätte gedacht, dass ich bei K&K sogar ein Low-Carb-Toastbrot mit leckeren Samen und Saaten bekomme? Dass Nutella im Regal steht, interessiert mich weniger, aber dass ich Mozzarella und Parmesan bekomme, dann irgendwie schon. Das, was ich aber am meisten liebe, sind die vielen leckeren Zutaten für eine authentische kreolische Küche, die zu weiten Teilen indischen Ursprungs ist. Und hier ist K&K eine wahre Fundgrube. Vor allem dann, wenn es um klassische Snacks wie Chips oder „moulouk“ geht –  „Teigwürmer“ mit exotischen Gewürzen. Woanders sind sie lätschert und langweilig, doch Kumar&Kumar bietet würzig-knusprige Gebäck-Schlangen, die ihresgleichen suchen:

Was auch immer ich brauche, bei K&K finde ich es: Waschpulver und Batterien, Hygiene-Artikel bis hin zu der Deo-Marke, die ich auch in Deutschland benutze, Sprudelwasser und erlesene Weine, Nagellack und Desinfektionsmittel, Trauben und Melonen, Dosen-Champignons und Vanilla-Essenz, Pasta und Fertig-Pizza aus der Gefriertruhe. Käse und Schinken, und zwar alle erdenklichen Sorten, Joghurt zu Hauf und so weiter und so fort. Genau genommen gibt es nichts, was es nicht gibt – und das ist gut so, denn das heißt für mich: Keine nervigen Importe aus Deutschland, denn plötzlich ist Mahé das, was es früher zu Zeiten der Entdecker im 18. Jahrhundert war: L’Ile d’Abondance – die Insel des Überflusses, es ist ja alles da. Und selbst, wenn ich es nie im Leben brauchen oder kaufen würde – das wichtigste ist aber: Ich weiß, dass alles ALLES da ist – und das bringt Ruhe in den Tropenalltag, und keine dumme Rumrennerei von Pontius zu Pilatus, von ISPC zu STC.

Der heimliche Star von Kumar & Kumar ist aber eine dreieckige Delikatesse, die auf den Namen „samousa“ hört.

Die „samousa“ finden sich eigentlich überall auf der Insel, aber die von K&K sind der absolute Brüller und ein echter Insider-Tipp, denn nirgendwo sind sie frischer, knuspriger und pikanter. Für gerade mal 4 Rupies lässt sich so ein Teigteilchen vernaschen. Oder anders gesagt: Für ein bisschen mehr als einen Euro kriegt man vier von diesen Leckerbissen, die dann schon so etwas wie eine ganze Mahlzeit für eine mittelmäßig hungrige Person darstellen. Da aber in diesen Teigtaschen so etwas wie ein Sucht-Faktor steckt, bitte unbedingt mehr kaufen. Sie halten sich auch ein, zwei Tage lang im Kühlschrank. Werden sie dann kurz in einer heißen Pfanne angeröstet, schmecken sie fast so gut wie am ersten Tag, nämlich einfach nur hinreißend.

Es gibt zwei Varianten, die erstere – vorne im Bild – mit „legim“ (also Gemüse, von frz. „légume“), worin sich Kartoffeln, Karotten, Zwiebeln und Mais verbergen, die mit „safran“ (Kurkuma) gewürzt wurden. Und dann die zweite – hinten im Bild – mit „pwason“ (also mit Fisch, von frz. „poisson“), die eine herrlich-würzige Füllung aus Thunfisch, Chili und „kari pile“ (Blätter des Curry-Strauchs) beherbergen.

Wer von den beiden mein Favorit ist? Ganz einfach: tagesformabhängig!

Fazit: Bei Kumar & Kumar gibt es alles, was das Herz begehrt – und der Magen erst recht. Keine Notwendigkeit, als Selbstversorger auf Mahé zu verkümmern. Und erst recht kein Grund, z.B. loses Obst oder Gemüse im Koffer auf die Seychellen zu bringen – das ist verboten und wird mit empfindlichen Geldstrafen geahndet. Zwar ist K&K nicht mit Kaufland, Lidl oder Rewe zu vergleichen, aber das, was es da gibt, reicht völlig aus, um das kulinarische Inselglück in der Selfcatering-Unterkunft perfekt zu machen!

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Ort: Kumar&Kumar, East Coast Road, Fairyland – Pointe au Sel/ Mahé (Ostküste), mit dem Auto ca. 15 min. südlich vom Flughafen, mit dem Bus etwas länger

Öffnungszeiten: täglich ab 8.00 Uhr bis mindestens 21.00, manchmal auch später bis in die Nacht; sonntags mit Mittagspause bzw. nachmittags länger zu

Tel: 00248 4 371 110

Eigentlich war es nichts anderes als Fernweh und die Suche nach dem perfekten Inselidyll, was Heike Mallad auf die Seychellen brachte: 1998 verbrachte sie zum ersten Mal eine Woche auf den Trauminseln im Indischen Ozean.

Seychellische Plagegeister – mögliche Krankheiten und ihre Erreger

9. September 2017

Als ich früher noch ein kleines Mädchen war und mein Papa mir aus dem Dschungelbuch vorlas, da konnte ich mir nicht vorstellen, wie der kleine Junge Mogli ohne Beistand im Urwald überlebte. War das nicht sehr gefährlich, lauerten nicht überall Gefahren und Krankheiten? – Heute weiß ich: Es gibt tatsächlich ein Fleckchen auf dieser Erde, wo es (fast) ähnlich sorgenfrei zugeht: die Seychellen. Denn aggressive Wildtiere, giftige Spinnen oder Schlangen gibt es keine. Auch von bösartigen Tropenkrankheiten bleiben die Seychellen verschont. Heile Welt, oder? Richtig, gäbe es da nicht einige Plagegeister, die mir bisweilen ganz schön zu schaffen machen. Obwohl ich keine Medizinerin bin und natürlich keine Haftung für meine Ratschläge übernehmen kann, denke ich: Es wird nicht schaden, meine Erfahrungen zu teilen – zumal ich alle, die ins Paradies reisen, mit ein paar einfachen Tipps und Ratschlägen vor dem bewahren will, was mein beinahe kreolischer Nachname (Mallad) zum Ausdruck bringt: malad – krank werden.

Schauen wir also hinter die wunderschönen Kulissen, in denen sich die seychellischen Plagegeister verstecken. Eine der wichtigsten seychellischen Volksweis­hei­ten besagt: „Hast Du Ratten, dann hast Du keine Mos­kitos. Hast Du Moskitos, dann hast Du keine Ratten.“ – Auch wenn es traurig ist, aber genauso ist es.

Beide nerven.

Die nervigsten sind für mich, die ich im Busch wohne, mit Sicherheit die Ratten. Die gute Nachricht: In den großen Hotels lassen sich Ratten eher weniger blicken (zumindest kriegt man dort von ihnen als Tou­rist so gut wie nichts mit), in den kleinen guesthouses machen sie sich bisweilen mit ihrem nächtlichen Getrappel bemerkbar. Zwar sind die kreolischen Ratten nicht mit den Aasfressern euro­pä­i­scher Breitengrade zu vergleichen, aber ähnlich wie diese übertragen sie Krankheiten, die tödlich en­den können. Deswegen Vorsicht an kleinen Wasserlöchern, Pfützen oder wenig sauber wirkenden Rinnsalen. Bitte meiden und nicht hineintreten, schon gar nicht barfuß! Hier könnte nämlich Leptospirose lauern – eine Infektionskrankheit, die die Erreger „Leptospira“ auslösen.  Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch Kontakt mit den infizierten Tieren (hauptsächlich deren Urin) über damit verunreinigtes Wasser. Durch kleine Hautverletzungen oder über die Schleimhaut kann der Mensch sich mit dem Erreger anstecken. Was dann kommt, klingt wenig verheißungsvoll: Nach vordergründig wenig bedenklichen Symptomen wie Grippe-Gefühl und Gliederschmerzen folgen Fieber und Bindehautentzündung, außerdem schwere Leberschädigungen und/oder Nierenversagen. – Das Problem: Eine wirksame Therapie (z.B. mit Penicilin) ist nur im Anfangsstadium der Krankheit möglich, also nur einige, wenige Tage nach Ansteckung. Daher schwache Symptome ernst nehmen – vor allem dann, wenn vorher ein Kontakt mit brackigem Gewässer/Abwasser gegeben war, dann sofort einen Arzt konsultieren!

Warum ich das so eindringlich beschreibe? Es war vor wenigen Jahren, als wir ganz plötzlich Max Faure verloren. Unser liebgewonnener Nachbar, der uns stets regelmäßig mit kalou versorgte, ein baumlanger, bärenstarker und vor Kraft strotzender Kerl, war binnen weniger Wochen tot. Eine kleine Verletzung am Fuß, die er sich mit einer zu scharfen Machete zugefügt hatte und ein Marsch durch unwegsames matschiges Waldgelände mit etlichen zwielichtigen Feuchtbiotopen wurden ihm zu Verhängnis. Eigentlich wollte er Gummistiefel tragen, doch die waren kaputt und mit Größe 47 war es ihm so gut wie nicht unmöglich, auf den Seychellen geeignetes Schuhwerk zu finden.

Ich jedenfalls halte mich von wenig hygienischen Wasseransammlungen fern, aber das ist ja eigentlich keine große Kunst, bei all dem herrlich klaren Meerwasser um mich herum!

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Fernhalten kann ich mich aber kaum von den Moskitos. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass sie förmlich nach frischem Blut aus der nördlichen Halbkugel lechzen. Besonders nach den Regengüssen, wenn die Luft dampfig und feucht ist, oder aber wenn mal wieder das Deo versagt und der Schweiß in Strömen rinnt, dann fallen sie über mich her. Besonders aktiv sind sie morgens und abends in den Übergangstunden der Dämmerung (jeweils zwischen sechs und sieben). Da hilft nur eines: ein sog. „Repellent“, ein Mückenabwehrspray – und zwar eines, das wirklich wirkt und die surrenden Störenfriede fernhält, z.B. Antibrumm, No bite oder Peaceful Sleep (auf den Seychellen erhältlich). Ebenso wirksam sind die sog. „Mosquito Coils“ – spiralähnliche Räucherstäbchen, die lange glimmen und einen Duftqualm absondern, den die Moskitos so überhaupt nicht mögen. – Sollten sie doch mal zu heftig zugestochen haben, lindert frische Aloe Vera, die z.B. in so manchem Blumenkübel angepflanzt wird, mit ihrem schleimigen Gel den Juckreiz. Natürlich leisten auch Soventol oder Fenistil (auch in einigen seychellischen Apotheken erhältlich) treue Dienste. Ein einfaches Gegenmittel gegen die Blutsauger ist auch ein schnell drehender Ventilator, doch dann sollte man für alle Fälle Medikamente gegen Grippe und Halsweh in der Hinterhand haben… denn treffen zu viel Wind und Kühle auf den tropisch erhitzten Körper, ist die Gefahr groß, dass sich eine saftige Erkältung heranschleicht. Und spätestens dann stellt sich die Frage, ob nicht ein Moskito-Stich (der übrigens weniger lang juckt als in Deutschland), nicht das geringere Übel ist.

Ein bisschen kritischer ist die Lage, wenn bei den Moskitos auch noch die Gattung der Asiatischen Tigermücke mitmischen darf, denn diese besonders fiesen Viecher können (wohlgemerkt: können, müssen aber nicht) das Dengue-Fieber und den Chickungunya-Virus übertragen. Zunächst merkt man eigentlich gar nichts, verdächtig wird die Sache allerdings dann, wenn sich eine auffällige, völlig grundlose Müdigkeit breitmacht und man meint, eine Grippe sei im Anmarsch. Schön wär’s, denn mit beiden Tropenkrankheiten ist nicht spaßen, machen sie doch einem mit bleiernen Gliedern und heftigen Gelenk- und Muskelschmerzen zu schaffen. Der Arzt wird dagegen die Klassiker wie Paracetamol und Ibuprofen verabreichen. Und ansonsten zu Bettruhe und reichlichem Trinken mahnen – natürlich nur Wasser und Tee, nicht aber Seybrew oder gar Takamaka-Rum!

Weniger lästig, aber sehr schmerzhaft ist die Begegnung mit dem sog. Centiped – dem Hundertfüßler. Dieses Vieh liebt vor allem das weniger saubere Ambiente und schlängelt sich gern mal an Stellen wie Mülleimern herum. Da kann man ihm getrost aus dem Wege gehen. Blöd nur, wenn er sich z.B. über Nacht in getragene und abgelegte Klamotten einnistet und dann zubeißt, wenn man sich anziehen will. Der Biss sticht und brennt höllisch, die betroffene Stelle schwillt an. Wenn irgendwie möglich, sofort kühlen. Die Einheimischen reiben dann die Haut mit einer aufgeschnittenen halben Zwiebel ein und würzen das Ganze anschlie­ßend mit einer saftigen Limette. Wer beides nicht zur Hand haben sollte, überwinde (falls nötig) seinen inneren Schweinehund und nutze den kör­per­eigenen Saft Urin zum Desinfizieren. Un­glaub­lich, aber wahr – sofort lässt der Schmerz nach. Gleiche Rezeptur hilft im Übrigen auch, wenn einen die mous zonn (die aggressiven leuchtend-gelben Wespen) erwischen oder bei dem versehentlichen Kontakt mit den vereinzelt auftretenden See­igeln (z.B. in der Anse Forbans oder weiter draußen in der Anse Royale)…

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… und manchmal kommen ganz vereinzelte Quallen oder nesselndes Plankton, das beim Baden hin und wieder ganz merkwürdig auf der Haut pikst. Ver­gleichbar ist dieses Stechen und Brennen mit dem Biss der maket, der großen schwarzen Wald-Ameise. Sie ist aber nur dann aggressiv, wenn sie sich extrem gestört fühlt. Oft genug vergesse ich bei der Gartenarbeit, dass sich diese nützlichen Tiere in alten verrotteten Ko­kos­schalen einnisten, die gemeinhin als Blu­men­dünger oder Einfassung von Stauden verwendet. – Deswegen mein Tipp an alle, die sich wie Tarzan und Jane fühlen und auf der Suche nach frischem Kokos-Genuss am Strand sind nach einer herabgefallenen Nuss bücken: Bitte vorsichtig und mit Respekt vor den Wald-Ameisen hochheben, kurz drüber pusten, damit sie sich notfalls verflüchtigen und dann erst öffnen.

Am Stand lauert noch ein anderes, fast unsichtbares Biest, bei den Einheimischen bekannt als Sand Fly – in der Mehrzahl Sandmücken, fälschlicherweise immer wieder als Sandflöhe übersetzt. Von der Existenz dieser kleinen schwirrenden Tierchen, die der Insider als Phlebotomina kennt, bekommt man dann erst etwas mit, wenn es zu spät ist. Es sind die Weibchen, die sich unbemerkt eine leckere Mahlzeit aus Blut und Lymphe einverleiben und dazu mit ihren Mundwerkzeugen die Haut anritzen. Dies führt zu juckenden Pusteln. Wer daran rumkratzt, darf mit noch stärkeren, nässenden Schwellungen und schlimmstenfalls mit Infektionen rechnen. Was also tun? Am besten nichts, das ist leichter als getan. Die wirksamste Vorbeugung ist, diejenigen Strandabschnitte zu meiden, an denen Sand Flies auftreten, und das sind Regionen, in denen Seegras angeschwemmt wurde und die perfekte Unterlage zur Eiablage bildet. Zur Not dicke Handtücher unterlegen und Abwehrspray mit DEET verwenden. Sollte es dennoch zu Bissen kommen, dann kühlen und mit juckreizlindernden Mitteln behandeln. Ich schwöre auch auf Teebaumöl und Tigerbalsam. Wenn gar nichts anderes hilft, dann in einer der kleinen „clinics“ (keine Kliniken, sondern ärztliche Versorgungsstationen in den größeren Buchten) vorsprechen. Dort gibt es z.B. Caladryl bzw. Calamine – eine Lotion basierend auf Zinkoxidpulver, das mit einer kleinen Menge Eisen(III)-oxid eingefärbt ist. Die Inhaltsstoffe, vergleichbar mit stark konzentrierter Penatencreme, trocknen die Pusteln aus und lindern den Juckreiz.

Was mich derzeit am allermeisten quält, ist eine kleine, fast unscheinbare Raupe: senir plim – der Seidenspinner, dessen giftige Härchen in alle Winde verteilt über die Inseln fliegen und heftige allergische Reaktionen auslösen – allerdings nicht bei jedem mit gleich schlimmen Verlauf. Zunächst beginnt es mit einem pickeligen Hautauschlag an den Unterarmen. Als ich das erste Mal davon betroffen war, dachte ich zunächst an eine Moskitoinvasion oder Sand Fly-Attacke. Doch dann kamen größere, dickere Pusteln an den Weichteilen wie Bauchfalten und Pobacken dazu. Nachts juckte es besonders schlimm und ich konnte nicht aufhören zu kratzen. In der Regel gibt es dann noch rote breitflächige Juckstellen am Nacken. Wenn Fenistil nicht hilft, dann könnte eine höher dosierte Hydrocortison-Creme Linderung verschaffen. Will es nicht besser werden und kommen noch andere allergische Reaktionen dazu (z.B. Anschwellen der Schleimhäute, Hitzeschübe, Schüttelfrost und Fieber bis hin zu Atemnot), dann wird es ernst. Bei mir hilft, sobald ich die ersten Anzeichen merke, ein Antihistaminikum (z.B. Cetirizin oder Telfast). Außerdem haben mir Arzt und Apotheker ein Notfallset zusammengestellt, basierend auf Prednisolon. Dieses wird übrigens auch in den kleinen Krankenstationen und Lazaretten vor Ort verabreicht. – Vor den Raupenhärchen kann man sich leider überhaupt nicht schützen, denn sie sind über Monate und Jahre hinweg noch „aktiv“. Wer mehr wissen will, findet zusätzliche Informationen in meinen weiteren Blog-Posts über den Seidenspinner senir plim.

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(Danke, Rainer Bauerdick, dass Du es riskiert hat, das Biest vor die Linse zu kriegen…)

Jedes Mal, wenn mich die Raupen-Dermatitis erwischt, leide ich sehr, doch dann denke ich mir: Es könnte schlimmer kommen. Auf den Seychellen gibt es keine Malaria, kein Gelbfieber, keine Raubtiere. Also alles paradiesisch und sicher. Obwohl…  Raubkatzen gibt es offenbar doch, zumindest eine, meine Schwarze… die tut meist ganz unbeteiligt, schleicht sich scheu auf die Terrasse und labt sich an den Essensresten.

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Doch heute strich sie mir zwar sanft um die Beine, aber danach sprang sie schwups auf den Küchentresen, wo ich einen tiefgefrorenen Fisch auftauen wollte…aber der ist jetzt Geschichte.

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Auf einen Blick:

Die „Viererbande“ gegen Plagegeister – eine Basis-Ausstattung

  • Mücken-Repellent mit DEET (z.B. Anti-Brumm, No Bite, Peaceful Sleep)
  • Salbe gegen Stiche und Juckreiz (z.B. Soventol, Fenistil, Hydro-Cortison)
  • Schmerzmittel (z.B. Ibuprufen und Paracetamol)
  • Anti-Allergikum/Anti-Histaminikum (z.B. Cetirizin, Telfast)

Mit in die Reiseapotheke sollten auch:

  • Große Pflaster, am besten auch die „water proof“-Edition
  • Desinfektionsspray
  • Lokal-Antibiotikum für stark blutende Wunden, z.B. Tyrosur-Puder
  • Mittelchen gegen „Klimaanlagen-Erkältung“ (z.B. Grippostad, Dorithricin etc.)
  • Hilfe gegen Durchfall (z.B. Immodium), aber keine Sorge – das Wasser aus dem Hahn ist trinkbar! Abkochen ist allerdings im Zweifelsfalle für unsere überzivilisierten Mägen besser. Und wenn sich doch mal ein Diarrhoe-Desaster anbahnen sollte, dann liegt es meist an einem scharfen kreolischen Essen, z.B. an einer ordentlichen Portion „piman“ (Chili) oder einem feurigen „kari“ (Curry-Gericht).

Last but not least: Wer Insel-Hopping macht, mit der Fähre „Cat Cocos“ zwischen den Inseln pendelt und schnell seekrank wird, sollte vor allem in den Monaten des Südost-Monsuns (Mitte Mai bis Mitte Oktober) etwas gegen Übelkeit/Reisekrankheit mit dabeihaben.

THEMA „IMPFSCHUTZ“
WICHTIG: Für die Einreise der Seychellen ist KEINE PFLICHTImpfung oder Malaria-Prophylaxe zwingend vorgeschrieben. ABER: Wer mit der Ethiopian Airlines einreist und eine gewisse Verweildauer (12 Std. oder mehr, Stand: Veröffentlichungsdatum BlogPost) im Transit-Bereich in Addis Abbeba hat, muss damit rechnen, dass man  am Immigration -Schalter auf Mahé/Victoria Airport nach einer gültigen Gelbfieber-Impfung fragt, bzw. diese dann auch tatsächlich nachweisen kann. Bitte hierzu direkt die Fluglinie bze. dieientsprechenden Reisehinweise konsultieren. – Ansonsten ist es empfehlenswert, eine Kopie seines deutschen Impfpasses dabei zu haben, in dem vor allem eine noch gültige Tetanus-Impfung ausgewiesen ist. Sollte nämlich dennoch mal was passieren, z.B. größere Platzwunde oder Schnitt, dann kann der behandelnde Arzt mit eine Blick sehen, dass kein stationärer Aufenthalt nötig wird, keine zusätzliche (Über)Impfung verabreicht werden muss und alles mit einem professionellen Verband und ggf. Antibiotika erledigt ist.  Ebenso ist es sinnvoll (übrigens wie überall auf der Welt), ausreichend gegen Hepatitis geschützt zu sein. Hier helfen Arzt und Apotheker mit einer entsprechenden Beratung vorab.

APOTHEKEN VOR ORT – ein subjektive Auswahl für Mahé:
1) Behan’s Pharmacy – in der Nähe des Busbahnhofs in Victoria
2) D’Offay’s Pharmacy – im STC-Hypermarket an der südlichen Ausfallstraße, die raus aus Vicotoria führt – Bois de Rose Shopping Complex, geöffnet Mo.-Sa. 9.00 Uhr bis 19.30, Sonntag 9.00 bis 13.00 Uhr
3) Pharmacy in Eden Plaza – auf Eden Island
4) Pharmacy in Anse Royale – die Chefin heißt Amy und spricht auch Deutsch; was die Öffnungszeiten anbelangt, leider sehr unzuverlässig.
5) D’Offay’s Pharmacy – Palmont Centre Beau Vallon, geöffnet Mo.-Sa. 9.00 Uhr bis 19.30, Sonntag 9.00 – 13,00 Uhr

ACHTUNG: Alle Angaben ohne Gewähr! Keine Haftung für die hier gemachten Empfehlungen, die ausschließlich auf persönliche/individuelle Erfahrungen basieren. Subjektive Unterstützung und Beratungsleistungen bei der Zusammenstellung möglicher Medikamente wurden erbracht durch Marktapotheke Heiligenstadt.

Eigentlich war es nichts anderes als Fernweh und die Suche nach dem perfekten Inselidyll, was Heike Mallad auf die Seychellen brachte: 1998 verbrachte sie zum ersten Mal eine Woche auf den Trauminseln im Indischen Ozean.